Handbuch der organischen Chemie / von F. Beilstein.
- Friedrich Konrad Beilstein
- Date:
- 1893-1899
Licence: Public Domain Mark
Credit: Handbuch der organischen Chemie / von F. Beilstein. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Wenu der Biiroiaoterstanil nur wenig vom norinalfu (760 mm) verscliieden ist, so kann man nach Kopp für je 2,7 mm unter 760 mm 0,1 dem (korrigirten) Siedepunkt liinzuaddiren. Diese Zahl gilt für Druckdifferenzen von 720—780 mm (Kahlbaum, B. 19^, 3101; vgl. Landolt, A. SpL 6, 175). Tabellen und Formel zui' Korrektion von Siede- punkten bei verschiedenem Druck: Grafts, B. 20, 709. Bei gröfserer Abweichung vom normalen Barometerstande ist es angezeigt, bei Siede- punktsbestimmungen, den Druck im Siedegefäfs zu steigern und auf die normale Höhe zu iDringen. Ein dazu geeigneter Appai'at ist von Bunte (A. 168, 140) beschrieben worden. Derselbe besteht aus einer Druckflasche von 20 cm Durchmesser und .5—6 1 Inhalt, welche durch einen dreifach durchbohrton Kautschukstöpsel verschlossen ist (Fig. 12). In die eine Oeffnung ist ein kurzes Ableitungsrohr gesteckt, das vermittelst eines dicken Kaut- schukschlauches mit einem Chlorcalciumrohr und dann mit der Vorlage kommunicirt. In die zweite Oeffnung passt ein anderes Ableitungsi'ohr, das durch Kautschuk und Klemmschraube verschlossen werden kann. In die dritte Oeffnung ist ein weites Glaa- rohr eingesetzt, das bis auf den Boden der Flasche reicht, 10 cm über dem Stopfen her- vorragt'und einen Kautschukschlauch trägt, durch den ein 60 cm langes Glasrohr luft- dicht auf und ab geschoben werden kaun. Dieses lange Rohr hat 6 cm von seinem oberen Ende zwei seitlich angeschmolzene Röhren d und e. In die Flasche giel'st man Wasser und bringt das lange Steigrohr in eine solche Höhe, dass die seitlichen Ansätze so viele Millimeter von dem Wasserspiegel der Flasche entfernt sind, als die Höhe einer Wasser- säule betragen muss, welche den herrschenden Atmosphärendruck auf 760 mm ergänzt. Nun bläst man durch b Luft durch, bis Wasser aus den seitlichen Ansatzröhren aus- fliefst, und schliefst dann die Klemmschraube bei b. Das Ansatzrohr e wird udt einer Wasserleitung verbunden: wählend der Destillation fliefst fortwährend Wasser vou e nach d. Lothar Meyee's Druckregulator (A. 165, 303) gestattet, den Siedepunkt für jeden Druck unter einer Atmosphäre zu bestimmen. Staedel und Hahn (A. 195, 218 und B. 13, 893) haben einen Apparat konstruirt, mit dem man Destillationen und Siedepunktsbestimmungeu bei jedem beliebigen Druck, Ueberdruck und Unterdruck, vornehmen kann. Verbesserungen an diesem Apparat: Schumann, P. [2] 12, 44. Siedepunktsbestimmuug kleiner Mengen Flüssigkeiten: Siwolobow, B. 19, 795; durch Ermittelung der Dampfspannung: Jones, Soc. 33, 175. Pawlewski (B. 14, 89) empfiehlt, bei Siedepuuksbestimmuiigeu ebenso wie bei Schmelzpunktsbestimrnungen zu verfahren. Man bringt die Substanz in ein dünnwandiges Proberohr, auf das man ein Thermometer steckt. Das Proberohr wird hierauf in einen mit Glycerin u. s. w. gefüllten Kolben eingetaucht und der Kolben erhitzt. Trotz der ge- ringen Menge (V2~lV2 ccm) der anzuwendenden Substanz erreicht das Thermometer bald einen konstanten Stand. Für hochsiedende Körper benutzt man Luftthermometer (Berthelot, A. eh. [4] 13, 144; 15, 413; Bl. 29, 4). Das von Grafts [A. eh. [5J 14, 409) beschriebene Luft- thermometer ist für chemische Zwecke (Destillationen etc.) besonders geeignet. — Ther- mometer von L. Andrews: B. 14, 2116. Um die Angaben des Quecksilberthermometers auf solche des Luftthermo- meters zu reduciren, lägst sich die bis zu 200° richtige Korrektion = 0,000 154. (t—ti). 0,000 143 anbringen, wo t die direkt abgelesene Temperatur bedeutet und t^ die Tem- peratur eines Hülfsthermometers (nach Kopp) (Thorpe, Soc. 37, 158). Der Siedepunkt einer chemischen Verbindung wird nicht unwesentlich beeinflusst von dem Material und der Beschaffenheit des Siedegefäfses. Auch erhält man verschiedene Werthe für den Siedepunkt, wenn die Verbindung destillirt, also in fortwährendem Sieden erhalten wird, oder wenn man die Dampfspannkraft derselben im Vakuum bestimmt. Leitet man während des Siedens einen Luftstrom durch die kochende Verbindung, so wird der Siedepunkt meistens etwas niedriger gefunden, als beim Kochen ohne Luftdurch- leiten (Kaulbaum, B. 16, 2478; 17, 1245). Oesehmäfsiykeiten hei Siedepunkten. (Bei höherem Druck treten die Regelmäfsig- keiten schärfer hervor.) (Staedel, B. 13, 840.) 1. Bei homologen Verbindungen steigt der Siedepunkt mit zunehmendem Molekulargewicht. Sind die Homologen von analoger Struktur (d. h. sind die KohlenstoflFatome auf eine gleiche Art unter einander gebunden), so wächst der Siedepunkt um eine konstante Gröfse. Diese beträgt meistens 19—20» für je CH^. Bei den Kohlenwasserstoffen C„H.^„_e ^^^ aromatischen Reihe steigt der Siedepunkt um 20<* nur, wenn die Anlagerung von CHg (d. h. die Substitution von H durch GHg) in der Seitenkette erfolgt. Geht die Anlagerung von CH^ im Kern vor sich, so steigt der Siedepunkt um je 30» (Kopp, A. SpL 5, 321).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21183405_0076.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)