Grundriss der gesammten Radiotherapie : für praktische Ärzte / von Leopold Freund.
- Freund, Leopold, 1868-1943.
- Date:
- 1903
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Credit: Grundriss der gesammten Radiotherapie : für praktische Ärzte / von Leopold Freund. Source: Wellcome Collection.
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![werden. Eine Zahl formirter positiver und eine Zahl negativer Platten, je miteinander verlöthet, werden nun in ein Gefäss aus Holz oder Glas gebracht, das mit verdünnter Schwefelsäure gefüllt ist, und die Berührung zweier benachbarter Platten durch eingeschobene Glasstäbe gehindert. Ausserdem ist die Grösse des Gefässes so gewählt, dass ein grosser Abstand zwischen den unteren Plattenenden und dem Gefässboden sich befindet, in welchem sich die allfallende Masse an- sammeln kann. Die Bleileiste der positiven Platten der einen Zelle nimmt auch die negativen Platten der früheren Zellen auf, denn ebenso wie man mehrere galvanische Elemente zusammenstellen kann, kann man auch mehrere Accumulatoren zu einer Accumulatorenbatterie ver- einigen. Mehrzellige Accumulatoren werden in Holzkästen, welche mit Blei ausgeschlagen sind, montirt. Die Accumulatoren werden hinterein- ander geschaltet, indem man ihre ungleichnamigen Pole untereinander verbindet, so dass an den Enden der Reihe eine positive und eine negative als Batterieklemme frei bleiben. Vielfach stehen auch die Accumulatoren von Gottfried Hagen, Giileher, Boese, Polhik u. a. in Gebrauch. Während einerseits die technische Bedeutung der Accumulatoren ausser Frage steht, so ist anderseits nicht zu leugnen, dass die Construction derselben noch immer nicht den idealen Grad der Vollkommenheit erreicht hat, welcher wünschenswert]! ist. Die grosse Empfindlichkeit der Batterien gegen Stoss und Ueberanstrengnng, daher auch der schwierige Transport, die rasche Abnahme der Capacität, das häufige plötzliche und lästige Versagen infolge innerer Störungen, Verbiegen der Platten etc., das Zer- springen der Glaszellen, das Spritzen oder Herausrinnen der Säure , der überaus hohe Anschaffungspreis der Batterien und die häufig nothwendigen Reparaturen sind Nach- theile, welche sich jedem, der auf diese Art der Stromquelle angewiesen ist , bald un- angenehm fühlbar machen. Viele dieser Uebelstände sind angeblich in dem Behrend- Dessauer'schen Apparate vermieden. In den Zellen dieses Systems wird die active Masse mittels Glaspulveis. welches den Accumulator ganz ausfüllt, und durch einen quellenden Faserstoff (Laofa) an die Platten gepresst. Die Glasmasse wird mit verdünnter Schwefel- säure getränkt. Ein Verbiegen der Platten und somit innerer Kurzschluss scheinen hie- durch ausgeschlossen, ein Abfallen der activen Masse möglichst vermieden zu sein. Jede Zelle hat durchschnittllich eine Spannung von 2 Volt. Für jede bestimmte Grösse von Zellen gibt es eine von der Fabrik angegebene höchste zulässige Entladungsstromstärke, über welche hinaus man nicht gehen darf, ohne die Platten zu verschlechtern oder zu zer- stören. Man darf also beispielsweise den äusseren Widerstand einer Zelle nicht unter eine bestimmte Grenze verkleinern. Die innerhalb der normalen Entladungszeit ausgegebene Elek- tricitätsmenge, ausgedrückt durch das Product aus der höchst zulässigen Entladungsstromstärke und der Zeit in Stunden, während deren dieser Strom der Accumulatorenzelle entnommen werden kann, heisst ihr Auf- speicherungsvermögen oder die Capacität in Amperestunden. (Eine Batterie, welche eine maximale Entladungsstromstärke von 6 Ampere bei lOstündiger Entladung zulässt, hat eine Capacität von 60 Amperestunden. Derselbe Accumulator mit einer Capacität von 60 Amperestunden liefert einen Strom von 1 Ampere 60 Stunden lang, von 2 Ampere 30 Stunden lang, von ö Ampere 20 Stunden lang u. s. w. Mehr als (5 Ampere dürfen aber nicht beansprucht werden.) Dividirt man diese Zahl durch das entspre- chende Product aus Dauer der Ladung in Stunden und der Stromstärke des Ladungsstromes, so erhält man das Güteverhältniss bezüglich der Amperestunden, das ungefähr 90—95% beträgt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21024030_0039.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)