Das Weib als Verbrecherin und Prostituirte : anthropologische Studien, gegründet auf eine Darstellung der Biologie und Psychologie des normalen Weibes / von C. Lombroso und G. Ferrero ; autorisirte Uebersetzung von H. Kurella.
- Kurella Hans.
- Date:
- 1894
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Credit: Das Weib als Verbrecherin und Prostituirte : anthropologische Studien, gegründet auf eine Darstellung der Biologie und Psychologie des normalen Weibes / von C. Lombroso und G. Ferrero ; autorisirte Uebersetzung von H. Kurella. Source: Wellcome Collection.
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![49,9, im Süden mit 47, im Centrum mit 43,6; früher — mit 41^3 — bei den wohlhabenden Klassen, bei Bäuerinnen mit 46,2, bei Arbeiterinnen mit 46,1 Jahren. Nach den Angaben Taits, dem bedeutendsten modernen Gynäkologen, schwindet und verschwindet mit der Menstruation der an sich geringere Geschlechtstrieb des Weibes, jedoch folgt nach dem Klimakterium, das einen Widerwillen gegen Männer, und psychopathische Zustände mit sich bringt, nicht selten eine Zeit heftig wieder aufflackernden Verlangens, — es sind die Ovarien nicht so unbedingt mit dem Geschlechtstrieb verknüpft, wie man anzunehmen pflegte. 14. Muskelkraft. — Bei allen Völkern (Lotze, Psycho- logie. 1852) steht das Weib an Muskelkraft hinter dem Manne zurück. Nach QuETELET verhält sich die Muskelkraft der Frau zu der des Mannes (dynamometrisch festgestellt) beim Stoss wie 57,1 : 100 und beim Ziehen wie 52,6 :100. Nach Rbgnier erreicht der Mann zwischen 25 und 30 Jahren seine volle Kraft und kann beim Zusammen- drücken des Dynamometers mit beiden Händen eine solche von 50 kg entwickeln. Diese Kraft behält er bis zu seinem 50. Jahre, wo sie dann allmählich abzunehmen beginnt. Die Muskelkraft des Weibes wird gewöhnlich mit der eines Jünglings von 15—16 Jahren auf eine Stufe gestellt, d. h. sie erreicht nur der Kräfte eines gewöhnlichen Maimes. Wie aus folgender Tabelle hervorgeht, zeigt das Weib geringere Differenzen in der Muskelki-aft der beiden Hände. Linkshändigkeit und Geschicklichkeit in beiden Händen findet man bei der Frau häufiger als beim Manne. Ich fand unter 280 Frauen 5,87o linkshändige {Der Verbrecher. I. 2), Gallia fand neuerdings bei 100 normalen Frauen ]27o linkshändige. Aus dieser Tabelle ergiebt sich, dass die Kraft der Hand- muskulatur beim Manne grösser ist als beim Weibe. Die Differenz ist im allgemeinen in den ersten Lebensjahren ge- ringer als bei voll entwickelten Individuen; das Verhältniss ist vor der Pubertät 3 : 2, von da an wird es gleich 9:5. — Auch hier zeigt sich die atavistische Bedeutung der frühen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21705902_0074.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)