Das Weib als Verbrecherin und Prostituirte : anthropologische Studien, gegründet auf eine Darstellung der Biologie und Psychologie des normalen Weibes / von C. Lombroso und G. Ferrero ; autorisirte Uebersetzung von H. Kurella.
- Kurella Hans.
- Date:
- 1894
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Credit: Das Weib als Verbrecherin und Prostituirte : anthropologische Studien, gegründet auf eine Darstellung der Biologie und Psychologie des normalen Weibes / von C. Lombroso und G. Ferrero ; autorisirte Uebersetzung von H. Kurella. Source: Wellcome Collection.
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![Diese Widerstandsfähigkeit des weiblichen Geschlechts gegen Schmerz wird auch durch die oben angeführte Thatsache der grösseren Langlebigkeit der Frauen bestätigt. Auch viele Sprichwörter drücken dasselbe aus, z. B. : Li fimmini hannu setti spirdi comu Ii gatti (Die ^\'eiber haben sieben Leben, wie die Katzen). Li fimmini sei comu Ii gatti, non morinu mai [Sicilianisch] (Die Weiber sind wie die Katzen: sie sterben nie). Le donne hanno sette spiriti (Die Weiber haben sieben Leben). Le donne sono come Ii gatti: se non battono il naso, non muoiono (Die Frauen sind wie die Katzen; wenn sie sich nicht die Nase zer- schlagen, so sterben sie nicht). Le donne hanno l'anime attaccata con la colla cerviona [Toscanisch] (Bei den Frauen sitzt das Leben fest, wie angeleimt). Le donne g'ha seti anime e un animin (Die Frauen haben sieben Leben und noch ein kleines Leben). Le donne xe come i gati, non le mor, fin che no le ghe bäte il naso (Die Frauen sind wie die Katzen, sie sterben nicht, ehe man sie nicht auf die Nase schlägt). Donna, gata e bisata no mor mai [Venezianisch] (Frauen, Katzen und Schlangen sterben niemals). Lu battu et i sa' femina pighent septe fiados [Sardinisch] (Die Katze und das Weib leben sieben Leben). Man hat nun gesagt, dass es sich in diesen Fällen nicht um geringere Sensibilität, sondern um grössere Widerstands- fähigkeit gegen Schmerz handelt, — aber es ist doch leicht zu begreifen, dass man eben besser Widerstand leisten kann, wenn man die Schmerzen weniger fühlt. RiCHET sagt: „Ich glaube nicht sowohl an eine Yer- schiedenheit des Muthes, als an Sensibilitätsdifferenzen. Höchst- wahrscheinlich giebt es, je nach Individuum, Rasse und Art, sehr bemerkenswerthe Differenzen der Schmerzempfindlichkeit, die die sehr verschiedenen Arten von Reaktion auf Schmerzen bei eben diesen Individuen, Rassen und Arten erklären. Und er führt das Beispiel der Winterfrösche an, die bei Vivisektionen keine Zeichen von Schmerz von sich geben, während sie nach ' ßicHET, Vhotnme et Vintelligence. Paris 1884.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21705902_0092.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)