Grundriss der physiologie des menschen für studierende und ärzte / von J. Steiner.
- I. Steiner
- Date:
- 1890
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Credit: Grundriss der physiologie des menschen für studierende und ärzte / von J. Steiner. Source: Wellcome Collection.
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![Diese ilüssigen Niilirungsuiittel y:elaugeü nun in das Blut teils dadurch, daß sie \uu Blutgei'äüen, die sich in der Darmwaud selbst befinden, aufgenoninieu, resorbiert werden, teils in der Weise, daß sie von den ebenfalls in der Darmwand gelegenen Anfängen der Chylusgefäße, eines Kanals} stems, das weiterhin in das Gefäßsystem mündet, aufgesaugt werden. Diesen ganzen Vorgang nennt man die Verdauung. Der Sauerstoff, welchen das Blut fortwährend an die Gewebe abgiebt, wird demselben durch die Lungeuatmung aus der Atmosphäre wieder zuge- führt: bei jeder Einatmung dringt ein Luftstrom in die Lungen, die ein reiches, sehr oberflächlich gelegenes Blutnetz enthalten, um durch die Gefäßwände in das Blut zu gelangen, während hier gleichzeitig die aus den Geweben vom Blute aufgenommene Kohlensäure in die Lungen- alveolen gelangt, aus denen sie durch jede Ausatmung fortgeschafft und der Atmosphäre übergeben wird. So findet ein regelmäßiger Gaswechsel zwischen den Gasen des Blutes und denen der Gewebe einerseits, sowie zwischen denen des Blutes und der Atmosphäre andererseits statt, der einen integrierenden Bestandteil des Stoffwechselvorganges darstellt und die Atmung genannt Avird. Die Vorgänge des Stoffwechsels sind verbunden mit fortwährenden chemischen Prozessen, bei denen große Mengen von Wanne erzeugt werden, durch welche der Körper stetig erwärmt wii'd und eine bestimmte Eigentemperatur erhält, die beim Menschen und den anderen Säugetieren von 37—39 C. schwankt. Insofern als die Wärme eine besondere Form von Arbeit ist, wie oben auseinandergesetzt wurde, bezeichnet man ihre ]]ildung als eine Leistung des Organismus. Daneben ist der Körper befähigt, auch mechanische Arbeit zu leisten, und zwar durch seinen aktiven und passiven Bewegungsapparat. Der letztere, das Skelett, welches aus vielen Knochen kompliziert zusanmien- gesetzt ist, besteht aus der Wirbelsäule, welche die feste Stütze des ganzen Körpers bildet, und ihren Anhängen, dem Schädel, der auf dem Kopf- ende der Wirbelsäule beweglich angebracht ist, und den zwei Extremitäten- paareu, von denen das untere Paar die Wirbelsäule stützt und mit Hilfe der aktiven Bewegungsorgane, der Muskeln, den Körper fortbewegt, während das obere Paar, das sehr frei beweglich am Kumpfe aufge- hängt ist, ebenfalls mit Hilfe der Muskeln Lasten tragen und mecha- nische Arbeit zu leisten vermag. Den Verkehr mit der Außenwelt unterhält der Körper mit Hilfe seiner Sinne, durch die allein er zu einer Kenntnis der außer ihm gelegenen Dinge gelangen kann. Die einfachste Art, sich diese Kenntnis zu verschaffen, besteht offenbar in einer direkten Berührung, Betastung derselben. In der That stellt unsere Haut ein solches einfachstes Sinnes- organ dar, indem überall in derselben die Enden der GefühLsnerven, als](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21206715_0025.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)