Griechische Papyri medizinischen und naturwissenschaftlichen Inhalts / bearbeitet von K. Kalbfleisch und H. Schöne.
- Date:
- 1905
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Credit: Griechische Papyri medizinischen und naturwissenschaftlichen Inhalts / bearbeitet von K. Kalbfleisch und H. Schöne. Source: Wellcome Collection.
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![PAP. 9770A und B (Tafel 3 iind 4). Aus einer anatomisch-physiologischen Schrift. Die MaBe sind: das groBte Stuck von A: 32,5x9 cm, die klei- neren 7,5 X 8 cm ^— 13x7 cm — 11x8 cm; das groCe Stiick von B: 33,5 X 12 cm, das kleine 14,5 X 5 cm. Erhalten sind Reste von 20 Kolumnen, von denen jedoch drei (namlich die vor A VI, vor A VII und vor B VI) nur durch einige wenige Buchstaben vertreten sind. Auf der Riickseite sehr zerstorte Reste von Rezepten, deren Schrift der der Vorderseite sehr ahn- lich ist. A I—V hangen zusammen, ferner B I—V, aufierdem A VII und VIII, A IX und X, B VI und VII; im iibrigen laCt sich fiber die An- ordnung der Stiicke nichts ermitteln. Auf B II sind 25 Zeilen, zum Teil nur in ganz geringen Spuren, erkennbar; es miissen demnach alle vollstandig beschriebenen Kolumnen dieses Papyrus in der Regel min- destens 25 Zeilen enthalten haben. Die Zerstorung ist also sehr gro6. Unter diesen Umstanden war es mir nur an sehr wenigen Stellen moglich, den Zusammenhang zu erfassen. Aber soviel laCt sich doch wohl erkennen, dafi in den hier vorliegenden anatomischen und phy- siologischen Erorterungen die Nerven eine groBe Rolle spielen. Es ist besonders von den Nerven die Rede, die vom Riiekenmark und seinen Hauten ausgehen (AVI 10. VII 5. X 7. B II 12 ff.), aber der Verfasser kennt auch noch andere (B II 12), also doch wohl die Hirn- nerven, obwohl nicht vergessen werden darf, dafi NevpoN auch noch im weiteren Sinne gebraucht sein kann. Jedenfalls scheint dem Ver- fasser klar zu sein, dafi Nerven die Trager der willkiirlichen Bewe- gungen und der sinnlichen Wahrnehmungen sind, die je nach dem verschiedenen Bau der Organe sehr verschieden sein konnen (A II 3 AiceANeTA[i KAi KATA npo]A!peciN KiNeTjAi. B III 6 ff. 15 ff. IV 4 ff.). VS^ie es scheint, werden auch die das Nervensystem ernahrenden Blut- gefafie (A VI 7 ff. VII 2 ff.) besprochen. Es wird auch auf die Verhalt- nisse des Embryons Riicksicht genommen (B II 4 ff.). TJberhaupt ge- winnen wir den Eindruck einer sehr eingehenden Behandlung des Nervensystems. Daraus wird man wenigstens soviel schliefien konnen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21453111_0274.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


