Handbuch der physiologischen Optik / bearb. von H. von Helmholtz.
- Hermann von Helmholtz
- Date:
- 1867
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Credit: Handbuch der physiologischen Optik / bearb. von H. von Helmholtz. Source: Wellcome Collection.
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![c (l für die in den Versuchen gefundeneu Stellung-en der beobachteten Augen wenigstens au- , nähernd die Ansprüche, welche man an eine Augenaxe zu machen hat, und man mag als Winkel zwischen der horizontalen Projection der Gesichtsliuie und der Linie, welche einer : Augenaxe am besten entspricht, das arithmetische Mittel aus den angeführten Winkeln nehmen. .• Diese Linie fällt nach meinen Untersuchungen auch nahe genug mit der Hornhautaxe zusammen, i und geht durch den Mittelpunkt des Hornhautumfangs. i i I I Derjenige, welcher zuerst eine klare Vorstellung von der Brechung der Strahlen im i Auge und von der Entstehung und Lage des Netzhautbildchens gehabt hat, ist Kepler. Vor I ihm hatte allerdings schon Maurolycus die Krystalliase des Auges mit einer Glaslinse ver- ).glichen, und behauptet, dass sie die Strahlen nach der Axe hin breche, aber er läugnete, i dass auf der Netzhaut ein umgekehrtes Bild entworfen werde, weil wir ja sonst Alles verkehrt sehen müssten. Auch Porta, der Erfinder der Camera obscura, verglich das Auge mit einer I solchen, meinte aber, dass die Bilder auf der Krystallinse entworfen würden. Erst Kepler, II der überhaupt die Grundsätze der Theorie der optischen Instrumente aufgefunden hat, lässt auf der Netzhaut ein umgekehrtes optisches Bild entstehen, und stellt als Bedingung des deutlichen I'Sehens hin, dass die Strahlen eines leuchtenden Punktes auf einen Punkt der Netzhaut vereinigt f werden. Kepler's Theorie wurde noch weiter ausgeführt durch den berühmten Jesuiten ■Scheiner 1, der den Bau des Auges, die Brechung in den Feuchtigkeiten weiter untersuchte. ■Er bewies, dass die optischen Bilder auf der Netzhaut entworfen werden, indem er. an Augen von Thieren die Netzhaut hinten frei legte. An einem menschlichen Auge stellte er diesen Versuch 1625 zu Rom an. Die brechende Kraft der wässrigen Flüssigkeit setzt er der des Wassers gleich, die Linse dem Glase, den Glaskörper zwischen beide. Huygens ^ endlich verfertigte eine künstliche Nachbildung des Auges, an der er die wesentlichsten Vorgänge des Sehens, den Nutzen der Brillen u. s. w. auseinandersetzte. Die Theorie Kepler's behielt von nun an ziemlich allgemeine Anerkennung, wenn auch noch einzelne Liebhaber paradoxer Theorien sich in Widersprüchen dagegen gefielen. So N. Tu. Mühlbach ^ und Campbell welche die Existenz des Netzhautbildchens läugnen, Lehot der im Glaskörper ein räumliches Bild der Gegenstände entstehen lässt. Plagge lässt das Auge wie einen Spiegel wirken, und hält das durch Spiegelung auf der Hornhaut entstehende Bildchen für das Object des Sehens. J. Reade ' stimmt ihm bei und lässt es i durch die Nerven der Hornhaut empfinden. Mayer ^ widerlegt die Ansicht von Plagge, stellt I aber eine eben so wunderliche auf, dass die Netzhaut als Hohlspiegel wirke. Eben so lässt i 'Andrew Horn ^ das Bild gegen den Glaskörper refleCtiren und von hier aus auf den Seh- nerven wirken. Was die Lage der optischen Cardinalpunkte betrifft, so erhob sich zunächst eine Schwierig- keit für den hinteren Brennpunkt, weil nach der Rechnung, die auf die gemessenen Dimen- sionen und Brechungsverhältnisse des Auges gestützt war, dieser Punkt hinter die Netzhaut zu fallen schien. Der Grund davon lag darin, dass man für die Krystallinse das mittlere Brechungsverhältniss ihrer einzelnen Schichten wählen zu müssen glaubte Vallee glaubte I deshalb annehmen zu müssen, dass das Brechungsverhältniss des Glaskörpers von vorn nach 1 hinten zunehme. Pappenheim will wirklich solche, wenn auch sehr kleine Unterschiede durch den Versuch gefunden haben. Ueber die Lage der Knotenpunkte des Auges herrschte vor den theoretischen Arbeiten von Gauss einige Verwirrung unter Physikern und Physiologen, weil die Theorie der optischen Instrumente bis dahin sich ausschliesslich mit Systemen brechender Flächen beschäftigt hatte, deren Entfernung von einander vernachlässigt werden konnte, wie das z. B. bei den Objectivgläsern der Fernröhre der Fall war. Im Auge ist die ' Oculus. Inspruck IB-IO. ' üioplrica in Opera posthuma. Lugduni 170.4. p. ']'|2. ' Inquisiiio de visus sensu. Vindob. 1816. ♦ AnnaLs of philnsophy. X. 17. — Deutsches Archiv. IV. 110. Nouvcüe Theorie de la Visinn. Paris 182j. « IIeckeh's .\nnalcn. 1830. S. 40'k ' Annnls nf pUilos. XV. 260. ' MuNcKE Art. Gesichl in GEiiiEn's Wörlerhucli. Das dorligo Cilat isl falsch. ' Tlw seal nf vision determined. London 1813. MosEn in DoveVs Roperiorium. V. 337-349'. - Korbes r,oc. Kdiub. lioy. Soc. 1849 Docb n 25 Comples rcndus. 184!). XIV. 481. Ibid. XXV. 901.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2041254x_0109.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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