Zur Resection und Naht der Trachea / von A. Freiherr v. Eiselsberg.
- Eiselsberg, Anton, Freiherr von, 1860-1939.
- Date:
- 1896
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Credit: Zur Resection und Naht der Trachea / von A. Freiherr v. Eiselsberg. Source: Wellcome Collection.
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![5 2 Dio ideale Operation ist wie bei den analogen Processen am Darmcanal (Anus praeternaturalis, Strictur durch Narbe oder 1 umor) die Resection der verengten Stelle mit darauf folgender ' Circulärnalit. Küster1) hat im Jahre 1885 mit nahezu vollkommenem Er- folge eine Resection der Trachea ausgeführt. Der Treibriemen einer Maschine hatte die Zipfel des Halstuches eines Arbeiters so 1 erfasst, dass der Hals stark gewürgt wurde. Im Anschluss daran wurde ein Stück der Trachea nekrotisch abgestossen. und es . entwickelte sich oberhalb der Tracheotomiewunde eine sehr feste narbige Stenose. Nach vielfachen vergeblichen Heilversuchen exei- '• dirte schliesslich Küster die Strictur und vernähte die beiden : Lumina der Trachea. Die Heilung kam zustande, doch blieb eine i etwa erbsengrosse Luftfistel zurück, welche allen therapeutischen Eingriffen trotzte. Ueber einen einschlägigen Fall, in welchem es zu einer totalen Stenose des oberen Tracheallumens und starker Dislocation beider \ Lumina zu einander gekommen war, soll im nachfolgenden kurz j berichtet werden: Ein 36jähriger Mann (aus Suwalki in Russland) schnitt sich vor neun Monaten in einem Anfall von Geistesstörung mit dem Rasiermesser in den Hals. Er wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht, woselbst die Wunde ] ganz vernäht wurde. Nach fünf Tagen musste jedoch wegen Athern- beschwerden die Wunde eröffnet und eine Canüle eingesetzt werden. 1 Dieselbe konnte später nicht mehr entfernt werden, indem sich bei jedem 5 Versuche dazu sofort heftige Suffocationsbeschwerden einstellten. Nach ' dreimonatlichem Aufenthalt verliess der Kranke das Spital und kam in 1 die Klinik zu Königsberg, um von der Canüle befreit zu werden. Bei dem sonst gesunden Manne befand sich 2 cm über dem Jugulum in der Mitte einer querverlaufenden Narbe eine Trachealfistel, aus welcher eine Canüle hervorragte. Wurde die Canüle entfernt und die Fistelöffnung mit dem Finger verstopft oder durch Zusammenziehen der Ränder verschlossen, so stellte sich sofort Athemnoth ein. Es zeigte sich hierbei, dass der Patient auch nicht das geringste Quantum Luft durch Mund oder Nase zu schöpfen imstande war. Der Versuch, mit einer fein gebogenen Sonde von der Trachealfistel aus den Larynx zu sondiren, misslang vollständig. Die Sprache war aufgehoben, und der Patient konnte sich bloss durch Be- wegungen des Mundes seiner Umgebung etwas verständlich machen, i Schluckbeschwerden fehlten. Es bestanden keinerlei katarrhalische Sym- ptome von Seiten der Lunge. Die Diagnose wurde auf eine im Anschluss an die Verletzung zu- stande gekommene totale Obliteration der Trachea oberhalb der Fistel- bildung gestellt. Am 26. März 1896 wurde in Narkose bei hängendem Kopfe zur Radicaloperation geschritten. Mit Hülfe eines Junker’schen Gebläses wurden Chloroformdämpfe durch ein spitzwinklig abgebogenes Metallrohr ij ’) Colley, Die Resection der Trachea, Deutsche Zeitschrift für Chirurgie XXXX, 1. 1894.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22441293_0004.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


