Über den psychologischen Ursprung der Raumvorstellung / von Carl Stumpf.
- Carl Stumpf
- Date:
- 1873
Licence: Public Domain Mark
Credit: Über den psychologischen Ursprung der Raumvorstellung / von Carl Stumpf. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Was die ersten beiden Theorien wollen, wird schon in dieser AUgemeinlieit ausgesproclien ziemlicli klar sein. Die dritte und vierte Ansicht können wir sogleich etwas näher bestimmen. Denken wir, um die dritte zu erläutern, z. B. an die Grösse, in welcher uns eine Farbe erscheint. Sie muss eine besondere Ur- sache haben, da wir ja dieselbe Qualität in sehr verschiedener Ausdehnung vorstellen können, und umgekehrt. Diese Ursache kann nun nach der dritten Ansicht nicht wie bei der Qualität eine physische, dem Bewusstsein äusserliche, sein (besondere Nerven und Sinnes-Organe oder auch nur ein besonderer Nerven- Vorgang); denn sonst würden wir eben für Ausdehnung einen eigenen Sinn haben, wie für Qualität, was vielmehr die Behaupt- ung der zweiten Theorie wäre. Es kann die Ursache, warum wir eine bestimmte Ausdehnung in einem bestimmten Fall vor- stellen, demnach wenigstens zunächst nur eine psychische sein, z. B. ein bereits vorgestellter anderer Inhalt. Dieser würde dann für die Seele Veranlassung, die Raumvorstellung daran zu knüpfen, und zwar an bestimmte Modificationen jenes Inhalts bestimmte Raumvorstellungen. Wir müssten uns den Begriffeines psychi- schen Pteiz es bilden, im Gegensatz zu dem physischen, äusseren Reiz, durch welchen die Qualität hervorgerufen wird. Zur vorläufigen Erläuterung der vierten Ansicht mögen wir uns erinnern, wie wir eine Bewegung nicht ohne irgend eine und zwar eine bestimmte Dauer, Schnelligkeit und Richtung, und wie wir eine Farbe nicht ohne irgend eine und zwar bestimmte In- tensität vorzustellen vermögen: hier nehmen wir nicht an, dass es sich um zwei Inhalte handle, die an und für sich Nichts mit einander zu thun hätten und nur so fest verbunden seien, dass Avir sie nicht auseinanderbringen; sondern Avir werden behaupten, dass es der Bewegung ihrer eigenen Natur nach geradezu un- möglich sei, ohne jede Schnelligkeit, und der Qualität, ohne jode Intensität zu existiren; und dass es ebenso umgekehrt unsinnig sei, eine Intensität anzunehmen, Avelche nicht Intensität einer Qualität, einer Farbe, ^ einer Druckempfindung u. dergl. wäre. Ganz ähnlich würde ]nan jiun auch nach der gegenwärtigen An- sicht jene Einheit der Ausdehnung mit der betreuenden Qualität](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2107947x_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)