Über den psychologischen Ursprung der Raumvorstellung / von Carl Stumpf.
- Carl Stumpf
- Date:
- 1873
Licence: Public Domain Mark
Credit: Über den psychologischen Ursprung der Raumvorstellung / von Carl Stumpf. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Vorstellungen liefern, ergibt sicli nämlicli ein Untei'schied, indem sicliTastgefühle damit in verschiedener Weise combiniren können. Insbesondere können die Tastgefühle bei einer Reihe von Bewe- gungsgefühlen identisch bleiben, oder sie können sich in einer sofort näher zu beschreibenden Weise ändern. Ergreifen wir ein Messer und fahren damit in der Luft herum, so haben wir eine Bewegungsempfindung, verbunden mit einer ungeändert bleibenden Berührungsempfindung; und dies gibt nur Zeitvorstellung. Streichen wir dagegen mit der Hand über den Tisch, so haben wir eine Bewegungsempfindung, verbunden mit Tastem- pfindungen, welche sich beständig ändern, und dabei eine feste Reihe bilden. Wir erhalten nämlich bei einer Umkehrung der' Bewegung die gleiche Reihe von Tastempfindungen wieder, aber in umgekehrter Ordnung; wiederholen wir dann die Bewegung, so erhalten wir die Reihe wieder in der ursprünglichen Ordnung; und wir können sie so beliebig oft hervorrufen. Ferner bemerken wir, dass die Reihe der Tastempfindungen ungeändert bleibt bei verschiedener Schnelligkeit der Bewegung. Dies alles zusammen erzeugt jene Eigenschaft der Permanenz, der Festigkeit der An- ordnung, der Coexistenz, welche wi]* dem Raum zuzuschreiben pflegen; und der Raum ist nichts anderes als der eben bezeich- nete Empfindungscomplex. Zeit und Raum sind demnach zwei Fälle in Bezug auf die Dauer von Bewegungsgefühlen; sie unterscheiden sich dadm'ch, dass im einen Fall (entweder gar keine Tastgefühle damit ver- bunden sind oder) die damit verbundenen Tastgefühle ungeändert bleiben, im anderen Fall aber sich ändern und zwar eine feste- Ordnung bilden, die sich bei Umkehrung der Bewegung umkehrt, bei ihrer Wiederholung wiederholt.* Bain zeigt nun, wie aus dieser Vorstellung, die zunächst * Die Verwandtschaft dieser Bcstimmungeii mit den llerbart'scheu liegt zu Tage, ohschoii scliwerlich ein Abhängitikeitsvorhältiiiss l)csteht. Aber sie sind mehr detaillirt durch die Hinzunalmie der Bewegungs- gefülile.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2107947x_0056.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)