Untersuchungen über die im Gefolge der Belichtung auftretenden galavnischen Vorgänge in der Netzhaut und ihren zeitlichen Verlauf : II Mittheilung / von Dr. Sigmund Fuchs.
- Fuchs, Sigmund.
- Date:
- 1901
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Credit: Untersuchungen über die im Gefolge der Belichtung auftretenden galavnischen Vorgänge in der Netzhaut und ihren zeitlichen Verlauf : II Mittheilung / von Dr. Sigmund Fuchs. Source: Wellcome Collection.
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![auch keinen Grund, anzunehmen, dass die einzelnen Beobachtungswei t]te mit Fehlern behaftet sind, welche als systematische, regelmässige (d. h. durch die Umstände der Beobachtung bedingte) oder als constante, d. h. immer in derselben Weise zur Wirkung kommende, anzusehen waren, auf welche also die Fehlertheorie nicht angewendet werden dürfte*). Darum habe ich nun noch nachträglich diese Fehlerrechnung ausgeführt; ihr Ergebniss ist, wie wir gleich sehen werden, dass die so erhaltenen wahrscheinlichen Fehler, wenigstens was jene des Mittelwerthes betrifft, durchaus nicht übermässig gross sind. Bei diesen Rechnungen wurde ich auf eine recht subtile Frage aus der Fehlertheorie geführt. In jeder der vorstehenden Zahlen- reihen kann man einen Werth' oder einige solche finden, welche von der Mehrzahl der übrigen und auch vom Mittelwerthe um einen ausserordentlich hohen Betrag abweichen und in Folge dessen als den übrigen widersprechend oder als zweifelhaft angesehen werden könnten. Bezüglich solcher Werthe, deren Abweichung vom arith- metischen Mittel dem absoluten Betrage nach eine gewisse Grenze überschreitet, und die vermuthlich oder sogar sehr wahrscheinlich minder gut sind, unterliegt es ja keinem Zweifel, dass durch ihre Ausscheidung die Genauigkeit des Resultates erhöht werden könnte, und zwar in um so höherem Grade, je enger man jene Grenzen zieht. Eine von J. Bertrand2) durchgeführte Untersuchung bestätigt dies und gestattet auch, den Grad der Verschärfung zu schätzen. Zur Feststellung dieser Fehlergrenze sind dann weiter eine Reihe eingehender mathematischer Untersuchungen von Peirce, Chauvenet u. A.8) angestellt worden. Principiell wird in diesem Falle jedoch eine sehr grosse Anzahl von Beobachtungen gefordert. Anderer- seits hat es nicht an gewichtigen Stimmen gefehlt — ich nenne hier nur Airy und Faye —, welche in der Ausscheidung von Be- obachtungen eine schwere Unzukömmlichkeit erblicken; der Erstere hat sogar an einem Beispiele ganz eclatant zeigen können, dass eine solche gerade das Gegentheil von dem bewirken könne, was eigentlich beabsichtigt war. Mit Rücksicht auf diese Momente habe ich es, mit Ausnahme eines einzigen Falles, von dem gleich die Rede sein 1) Vgl. hierzu E. Czuber, Theorie der Beobachtungsfehler. Leipzig 1891, S. 2ff., und J. v. Kries, Die Principien der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Eine logische Untersuchung. Freiburg i. B. 1886, S. 217 ff. 2) J. Bertrand, Calcul des probabilitös. Paris 1888, p. 211 ff. 3) Vgl. hierzu E. Czuber, 1. c S. 215ff.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21454851_0011.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


