Das Enge Becken : nach eigenen Beobachtungen und Untersuchungen / Gustave Adolf Michaelis; herausgegeben von Carl Conrad Theodor Litzman.
- Michaelis, Gustav Adolph, 1798-1848.
- Date:
- 1865
Licence: Public Domain Mark
Credit: Das Enge Becken : nach eigenen Beobachtungen und Untersuchungen / Gustave Adolf Michaelis; herausgegeben von Carl Conrad Theodor Litzman. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
384/396 (page 366)
![Künftig wird die künstliche Frühgeburt früher einzuleiten sein. Sollte aber dies versäumt Averden, so halte ich bei völlig ausgetra- ffenem Kinde nur den Kaiserschnitt indicirt. & Beobachtung CI. Einfach verengtes Becken [plana] von 2 6' Conjugata. Drei- malige Perforation, Künstliche Frühgeburt, Reposition desFusses. Zange. Unglü cklich er Ausgang für M ut ter un d Kin d. (Nr. 3045.) Frau D von W , geboren 1808, wollte weder rha- chitisch, noch sonst in ihrer Jugend bedeutend krank gewesen sein. Sie war von mittler Grösse, nicht breit von Hüften, hatte gerade Beine; das Kreuz war nicht eingebogen. JD. B. = 1 6', C. d. = 3 3', später nur 3. Der Beckenausgang war weit und nach hinten gerichtet, wie bei manchen rhachitischen Becken. Doch blieb der Charakter des Beckens zweifelhaft. Leider waren die vor der Geburt aufgenommenen mangelhaf- ten Data nicht genügend, die wichtigsten Fragen mit Gewissheit zu entscheiden; damals aber, im Jahre 1836, hatte ich die Sicher- heit der Entscheidung und des Handelns, die eine allseitig genaue Beckenmessung gewährt, noch nicht so erkannt, um über das hin- auszugehen, was mir für den vorliegenden Fall praktisch nöthig schien. Und dennoch habe ich jetzt die feste Ueberzeugung, dass eine gründlichere Untersuchung hier für das Leben des Kindes, vielleicht auch der Mutter, entscheidend gewesen wäre: denn sie würde mich für den Kaiserschnitt bestimmt haben. Die Frau war schon drei Mal schwer entbunden worden, als sie in unserer Anstalt erschien; nach dem Berichte des Physikus, Dr. A in T , den ich im Auszuge mittheile, in folgender Weise: »Im Febr. 1831 wurde der Dr. W zu der ersten Geburt gerufen. Er erkannte die Beckenenge, beschränkte sich indess, da die Weichtheile noch von bedeutender Rigidität waren, auf einen Aderlass und einige innere Mittel. Am folgenden Tage ver- suchte er selbst, da die Geburt nicht fortgeschritten war, so wie auch sein noch hinzugerufener College Dr. V vergeblich die Entwickelung des Kindes mit der Zange. Am 3. Tage beendigte der Dr. A bei unzweifelhaftem Tode des Kindes die Geburt mit Hülfe des Perforatoriums und des scharfen Hakens. « »ImNovbr. 1832 wurde der Dr. A wiederum zur Krei-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21067375_0384.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)