Volume 1
Lehrbuch der speciellen Pathologie und Therapie : mit besonderer Rücksicht auf Physiologie und pathologische Anatomie / von Felix von Niemeyer.
- Date:
- 1874-1877
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Credit: Lehrbuch der speciellen Pathologie und Therapie : mit besonderer Rücksicht auf Physiologie und pathologische Anatomie / von Felix von Niemeyer. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
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No text description is available for this image![den Pulvers, lässt das andere Ende den Kranken so weit als möglich (bis zum Kehldeckel) durch den Mund vorschieben und fordert ihn dann auf, mit geschlossenen Lippen rasch zu inspiriren. Erregt diese Pro- cedur heftigen Hustenreiz, so darf man annehmen, dass wenigstens ein Theil des Medicamentes an die rechte Stelle gelangt ist* der grösste Theil desselben bleibt freilich am Gaumensegel und am Pharynx hängen. Die am Häufigsten, schon zur vorlaryngoskopischen Zeit, na- mentlich von Trousseau und Belloc, bei diesem Verfahren benutz- ten Medicamente sind das Argentum nitricum, 0,05—0,1 auf 1,0 Zucker [gr. i — ij : gi], das Kalomel, 0,5—1,0 auf 6,0 Zucker [gr. x—xx : 3ij], der Alaun, 1,5 — 3,0 auf 6,0 Zucker [3 ß — 3 i ; 5 ij]. Heutzutage kann man bei einiger Uebung mit Hülfe des Kehl- kopfspiegels und eines besonderen, in eine gekrümmte Röhre auslau- fenden Instrumentes, des sog. Pulverbläsers mit Ballon, oder einer Tobold’schen Spritze, deren Spitze man bis in den Eingang des Kehl- kopfes vorschiebt, fast die ganze Menge des Pulvers in den Kehl- kopf einblasen. Ein anderweitiges, von erfahrenen Laryngologen geübtes Verfah- ren besteht darin, dass man ein kleines, an einem Silberdraht oder an eigens hierzu erfundenen Schwammträgern befestigtes Schwämm- chen oder einen starken Haarpinsel mit einer Höllensteinlösung, 1,0 bis 2,0 auf 15,0 [gi—2 : gL], tränkt und, nachdem man das Schwämmchen bis über den Kehldeckel hinausgeführt, oberhalb des Kehlkopfeingan- ges ausdrückt. Der Erfolg dieser Behandlung ist oft glänzender und findet in der erfolgreichen Anwendung von Höllensteinlösung bei der katarrhalischen Conjunctivitis ein schlagendes Analogon. Wer mit dem Kehlkopfspiegel umzugehen weiss, hat den grossen Vortheil, sich durch directe Anschauung davon überzeugen zu können, ob er den Schwamm hinter die Epiglottis bringt. Sollte es aber auch bei man- gelnder Uebung in diesem Verfahren nicht jedesmal gelingen, etwas von der Lösung in das Innere des Kehlkopfes zu bringen, so wird schon die Touchirung des häufig mitafficirten angrenzenden Schlund- theiles und des Kehldeckels einen gewissen Erfolg mit sich bringen. Ein neueres, mit grossen Erwartungen aufgenommenes Verfahren besteht darin, dass man Flüssigkeiten, welche Medicamente gelöst ent- halten, in einen feuchten Staub verwandelt. Es geschieht dies mittelst der sog. Nephogene, P ulverisateure, Inhalationsapparate. Man kennt verschiedene Arten. Bei der einen wird ein feiner Strahl der Flüssigkeit, welche inhalirt werden soll, mit Gewalt gegen eine kleine convexe Scheibe getrieben, so dass er zerstäubt; so bei den Apparaten von Sales-Girons und den Modificationen derselben von Waldenburg, Lewin und Schnitzler; bei der zweiten wird die Flüssigkeit dadurch zerstäubt, dass man einen Strahl comprimirter Luft auf sie einwirken lässt; derartige Apparate sind der Nephogene von Matth ieu und das viel einfachere und wohlfeilere Ilydroconion von Bergson. Es war ein sehr glücklicher Gedanke von Siegle, den Bergson-Natanson’schen Apparat dadurch zu modificiren, dass er statt der comprimirten Luft gespannte Wasserdämpfe zur Zerstäu-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21925926_0001_0026.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)