Über die Herkunft der Lymphozyten und ihre Schicksale bei der Entzündung / Felix Marchand.
- Felix Jacob Marchand
- Date:
- 1913
Licence: In copyright
Credit: Über die Herkunft der Lymphozyten und ihre Schicksale bei der Entzündung / Felix Marchand. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
27/80 page 27
![Beiden gegenüber bemerke ich, daß die meisten eosinophilen Zellen sich durch ihre bedeutende Größe auszeichnen und mit ihren großen Kernformen weder den eosinophilen Zellen des Blutes noch den sehr viel kleineren dunkleren Kernen der Lymphozyten entsprechen, indes kommen erhebliche Größenverschiedenheiten von Zellen und Kernen vor. Ich halte es daher für wahrscheinlicher, daß die Zellen zum Teil desselben Ur- sprungs sind wie die großen basophilen einkernigen Zellen des Zwischen- gewebes, d. h. aus indifferenten Lymphoblasten hervorgehen, doch sind sie sicher verschiedener Herkunft. Die merkwürdigen „myoiden“ Elemente der Thymusdrüse können hier nicht näher berücksichtigt werden. Milz. Die Bedeutung der Malpighischen Körperchen als adenoide Scheiden um die kleinen Arterien ist allgemein bekannt, ferner ihre sehr wechselnde Größe je nach der Menge der in das Retikulum eingelagerten Lymphozyten. Im allgemeinen entsprechen die Zellen der Milzfollikel denen der Lymph- drüsen; Dominici52) unterscheidet kleine und große Lymphozyten und große basophile Mononukleäre, drittens Makrophagen, die aus großen Lympho- zyten hervorgehen sollen (?). Größere Schwierigkeiten hat stets der Bau der roten Pulpa und die Natur ihrer Zellen gemacht, ganz abgesehen von dem Verhalten der Gefäße, auf das hier nicht näher eingegangen werden kann. Daß die Pulpazellen ebenfalls den lymphoiden Zellen angehören, geht schon daraus hervor, daß zwischen den Follikeln und der Pulpa keine scharfe Grenze vorhanden ist, wenn auch Verschiedenheiten bei den Tierarten hier Vorkommen. Weidenreich und Downey52) heben das Vorkommen größerer, denen der Keimzentren ähnlicher Zellen und Reti- kulumzellen an der Grenze der Follikel hervor. Nach Dominici sind die mononukleären Zellen der Pulpa wesentlich identisch mit denen der Follikel, von denen sie herstammen. Dazu kommen Makrophagen in der Pulpa selbst und besonders in den Sinus (die blutkörperchenhaltigen Zellen Köl- likers). Unter gewissen Umständen kann sich auch bei Erwachsenen mye- loides Gewebe einschalten. Die Beurteilung der Pulpazellen wird sehr er- schwert durch die bekannte Funktion der Milz, die verschiedensten im Blut kreisenden Elemente abzufangen und festzuhalten, so daß die Herkunft der einzelnen Zellformen schwer festzustellen ist. Weidenreich wendet sich, wie mir scheint mit vollem Recht, gegen die Aufstellung einer besonderen Art der Pulpazellen, die eben, abgesehen von den Retikulumzcllen nichts anderes als die verschiedenen Formen der Lymphzellen sind (s. Weiden- reich u. Downey S. 387). Doch kommen auch andere Zellformen, wie es scheint autochthon vor. Mollier, der die Stammzellen der lymphoiden Elemente als Hämogonien bezeichnet, weist darauf hin, daß beim Hunde 8 Tage nach dem Wurf normalerweise lebhafte Erythropoese in der Milz auftritt. Sternberg26811) hebt hervor, daß auch neutrophile Myelozyten einen Bestandteil der normalen Milzpulpa bilden [s. auch Kurpjuweit128a)], die nach Wolff800a) aus indifferenten, nach Hirschfeld l05a) aus ungranu- lierten Rundzellen daselbst entstehen sollen. Leber. In älteren Untersuchungen ist die Entstehung farbloser Zellen in der Leber kaum berücksichtigt. Foä und Salvioli erwähnen Riesenzellen, von denen sowohl farblose als farbige Elemente gebildet werden sollten. Zuerst hat M. B. Schmidt2468) die Entstehung farbloser Zellen in der](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22459819_0029.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


