Über die Herkunft der Lymphozyten und ihre Schicksale bei der Entzündung / Felix Marchand.
- Felix Jacob Marchand
- Date:
- 1913
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Credit: Über die Herkunft der Lymphozyten und ihre Schicksale bei der Entzündung / Felix Marchand. Source: Wellcome Collection.
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![Chromatinnetze und scharf umgrenzte rot gefärbte Nukleolen besitzen. Der Proto- plasmaleib von sehr verschiedener Breite, mehr oder weniger stark basophil. big. 4. Ebenso fixiertes Präparat, mit Giemsa gefärbt. Einige Zellen und Kerne anscheinend etwas größer als im letzterwähnten Präparat, doch ist dies mehr zufällig. Die Kerne haben deutliche Chromatinnetze und Nukleolen. Fig. 5. Gefrierschnittpräparat von einem in Formol fixierten Speckhautgerinnsel aus dem Herzen. Fibrinfäden zwischen den Zellen nicht gezeichnet. Färbung mit Methyl- grün-Pyronin, die jedoch nur bei einem kleinen Teil der Zellen deutlicher rötlich ausgefallen ist. Im allgemeinen entsprechen die Kern- und Zellformen ganz den vorigen, sind vielleicht durchschnittlich etwas größer. Dazu kommt die noch weit schwierigere Entscheidung der Frage, welche Stellung zu den in den Flüssigkeiten zirkulierenden Zellen man den so sehr verschiedenartigen leuko- oder lymph ozy toi den Ele- menten der Gewebe einräumen soll, die man doch nicht ohne weiteres den Lymplio- oder Leukozyten gleichstellen kann. Im allgemeinen charakterisieren sich die Lymphozyten, wie bekannt, durch ein mehr oder weniger stark basophiles Protoplasma (besonders der größeren Zellen) ohne spezifische Granula, abgesehen von den nach Schridde 249) darstellbaren, als Mitochondrien zu betrachtenden Bestand- teilen des Protoplasma und den spärlichen „azurophilen Körnchen“ [Michaelis und Wolff175), Levaditi131)]. Als negativer Charakter von mehr funktioneller Bedeutung ist das Fehlen der „Oxydase-Reaktion“ anzuführen, welches wohl sicher mit dem Fehlen gewisser Fermentgranula zusammenhängt. Die Größe des Protoplasma schwankt innerhalb weiter Grenzen, von einem schmalen, kaum sichtbaren Saum bei den kleinsten Formen bis zu einem sehr großen Umfang. Kleinen Verschiedenheiten in der Größe des Protoplasma kann man keine so große Bedeutung für die Unterscheidung beilegen, da solche Größendifferenzen desselben Elementes verschiedenen Wachstums-, Alters- und Ernährungsstadien entsprechen (soweit Kunst- produkte ausgeschlossen sind). Dagegen ist zweifellos, daß zwischen den kleinen, mittleren und großen Lymphozyten (mononukleären Zellen) wesent- liche sowohl genetische als funktionelle Unterschiede vorhanden sind. Besonders wichtig ist das Verhalten des Kernes, der sowohl in der Größe als in der Struktur, dem Chromatinreichtum und der Anordnung des Chromatins, dem Vorhandensein von Nukleolen und der Form ein sehr verschiedenes Verhalten zeigen kann. Die Form der Kerne ist, wie bei allen Zellen, in gewissem Grade von äußeren Einwirkungen und der Bewegung des Protoplasma abhängig, wenn man auch im allgemeinen den Lymphozyten mit Weidenreich eine mehr ,.kompakte“, aber keines- wegs unveränderliche Kernform zusprechen kann. Ebenso wechselt auch die Färbbarkeit des Kernes je nach der Methode und noch mehr nach den Entwicklungsstadien, indem die kleinen, kompakten Kernformen der jungen Zellen meist die bekannte intensive Chromatinfärbung annehmen, die durch Bildung gröberer abgegrenzter Chromatinkörner in die Radkernfonn und bei den großen Formen in die mehr bläschenförmige Beschaffenheit mit feinem Chromatinnetz und stärker hervortretenden Nukleolen übergeht. Die großen Formen können durch mitotische Teilung oder auch durch Amitose die kleineren hervorbringen, während diese andererseits wieder größere bilden können. In Beziehung auf die Bedeutung vieler dieser Unterschiede der Kerne, in trocken fixierten Präparaten, kann ich eine gewisse Skepsis nicht unterdrücken. Die Bewegungsfähigkeit aller Lymphozyten kann gegenüber der ur- sprünglichen Annahme als allgemein anerkannte Tatsache gelten, sie wech- selt je nach der Größe der Zellen und dem Reichtum an Protoplasma und kommt nicht unter allen Umständen gleichmäßig zur Beobachtung.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22459819_0008.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


