Die volksmedizinische Organotherapie und ihr Verhältnis zum Kultopfer / von M. Höfler.
- Max Höfler
- Date:
- [1908]
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Credit: Die volksmedizinische Organotherapie und ihr Verhältnis zum Kultopfer / von M. Höfler. Source: Wellcome Collection.
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![Ziele, nicht bloß auf Gesundheit und Fruchtbarkeit bezogen, so trennten sich Magier und Priester immer mehr; jene machten sich die Kräfte der Seelengeister (Toten, Verstorbenen, Ahnen, Heroen, Tiergötter, Totem, chthonische Götter, Leichen der ruhelosen oder unnatürlich verstorbenen Menschen, die Leichentiere, Aasvögel etc.) *) botmäßig, diese mehr die Gewalt der himmlischen Gottheiten. So oft aber auch die Erfahrung der nach Wissen strebenden Heil- künstler die Nutzlosigkeit gewisser Heilmethoden kennen gelehrt hatte, so ott auch damit das denkende Volk in der Lage gewesen wäre, sich ' °n den Banden des Hämonismus, mit denen das Kultverfahren stets verbunden war und ist, zu befreien, immer wieder griff der Volks- heilkünstler der früheren Kulturperioden zu den auf der Furcht vor der Strafe der rächenden Seelengeister beruhenden und übernommenen Opfei mittein zurück; da- und dorthin tastend, das Opfer wechselnd und die Laune der Geister versuchend, strebte er stets nach wirklich helfenden Mitteln, em Bestreben, das als roheste Empirie schon im Tierreiche zur Anlage gelangt ist (vergl. Dr. A. Bouchinet, Des etats pmnitils de la medecine), immer aber überwog der Hang zum Wunder und Zauber den sich entwickelnden Empirismus. Je dichter eine Sippe ein Stamm, ein V olk wohnte, umso günstiger gestaltete sich die Summe der -aus der wetpa, e^-jcetpia, Einsicht gesammelten Beobachtungen, \ ei gleiche, Rückschlüsse und Erfahrungen. „Als eine Macht ging der Dämonenglaube durch Natur und Re- ügmn. Ehe Natur war belebt von unendlich vielen geisterhaften Wesen von Dämonen mit zauberkräftigen Mitteln, so daß der Mensch sich immer umlauert und belauscht glaubte, wie ein Kind, das die schweig- same Waldnacht umgibt“ (Strunz). b ,lo . ?!e. Dämonen aber, die Seelengeister lechzten nach neuem Leben, nach Milch und Blut Dieser Blutdurst ist den chthonischen Wesen E„?nlWT mit den Seelengeistern mitzugenießen, diese ' 5““.!? de,r. k°mmumale Qmophagie war eines der ältesten Mittel, nbernaturhchen Seelengeisterkräfte zu gewinnen; blutige Opfer an die die Dämonen beherrschenden Gottheiten und an die Dämonen selbst verschafften die Möglichkeit, auch die von Dämonen gebrachten richtieenlted„rcl he,llen' .?le Versöhnung der dämonischen Wesen mit Ver- t0en, durch den Ritus ausgebildeten Opfergaben war eine der söVng :Srge,taV el'S,ten Heilversuchen; weiterhin trat hinzu »Ä-. das Bestreben durch Einverleibung der Gottheit selbst (Tlieonhaeiel Gottlm,ten iTfu ZU Setzen; die eiten, die Gestalten der verstorbenen Ahnen und Seeleimeister Pldäes^nnf d^O1 durchrden ®enuß des Ileißen Blutes, des rohen auch zum Mittel 8T ^fer Tiere; letzterer Genuß wurde aber Tiere zu verwandeln (K eS ,^en.scß®n Wesen in das Wesen solcher ilenschen- nnd Tierblut, von Seeleneiteorganen, der’ Genuß lonVer-' die gleichsam <?b«; heim Opfer an i.l Kpootlo ZT ha^n- P'd*f]pato? i~~ü -tiiipae fa&dacjzrtc « P>’, v-npou ¥j ocveoo avtt-pwnivoü -f, X, 1907, 411). pt°? s'uu nach dem »Mischen Gesetze (Arch f. ß. w!](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24875715_0011.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


