Die volksmedizinische Organotherapie und ihr Verhältnis zum Kultopfer / von M. Höfler.
- Max Höfler
- Date:
- [1908]
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Credit: Die volksmedizinische Organotherapie und ihr Verhältnis zum Kultopfer / von M. Höfler. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![würzen gesotten wurde, dem Krankheitsdämon in die Lüfte gespritzt und das Fleisch verzehrt und die Brühe getrunken. Wenn diese Opfer- zeremonie die Heilung nicht erzielte, so erklärten dies die Heilkünstler damit, daß jemand von den Speisen vorher schon verkostet hatte, ehe dem Götzen sein Ehrenanteil dargebracht worden. Die Vorwegnahme der Gottheitsspeise rächte sich durch die Andauer des Gottheitszornes und damit auch der Krankheit (Dr. H. Lemke II, 41, p. 331). Schwarze Kühe gehörten bei den Griechen der Unterweltsbeherrscherin Perse- phone (Proserpina) (Nilsson 359). Die Milch einer schwarzen Kuh empfahl (neben Fasten s. o. S. 6) schon Hippokrates (De morb. mul. XLIII; Fuchs III, 433) als Frauenmittel, und die Zauberbücher der jüdisch-hellenisch-ägyptischen Orphiker (4. Jahrh. p. Ohr.) führen eben- falls fieXaiVTjc ßoöc; ?aXa als Zaubermittel an (Abraxas 172, 148), und so bekannt war dieses Mittel, daß es auch in der magischen Herme- neutik der damaligen Zeit eine Quecksilbermischung mit Schwefel als solche „Milch (Schwefelmilch?) von der schwarzen Kuh“ (schwarzes Schwefelquecksilber) bezeichnete: „YocXa ßoög [xeXaivY]? eauv bdpapyupog aTuö Jsioo“ (Dieterich 783). Schwarze Hunde als antidämonisches Magiermittel erwähnte schon Plinius (s. Hundegalle). Ganz schwarze Katzen (Kater) kommen schon im hellenisch-jüdisch-ägyptischen Traum - zauber vor (Dieterich 785, 800). Das Membrum virile eines schwarzen Schweines führt schon der Abraxas p. 80 (4. Jahrh. p. Chr.) als Opfer an den Unterweltgott Kronos an: „satoo ob tj odd-q arco aoög (xsXavog Xe;cpob £%tO[uaioo.“ Schwarze Widder erhielt der Pelops zu Olympia in einer Grube (Nilsson 462). Schwarze Schafe waren beim griechischen Totenopfer die Kegel (Rohde 3 I, 56, 243); das Substitut desselben ist das unge- schorene schwarze Schaffell oder auch nur der Faden aus schwarzer Schafwolle (siehe unten Chamäleonherz, Krokodilherz). Aus dem Schulterblatte eines zweijährigen schwarzen Schafes, das zum Weih- nachts- (oder Neujahrs)braten bestimmt ist, wird in der Herzegowina geweissagt (Wissenschaftl. Mitteilungen aus Bosnien und Herzegowina IV, 462, 464). Schwarze Hühner wurden nach Plinius X, 56, 77 (Lenz 337) nur zu geheimen Opfern bei den Römern verwendet, d. h. wohl bei den Opfern an die chthonischen Gottheiten und Seelengeister, dem- entsprechend finden wir auch die schwarzen Hühner am häufigsten volksmedizinisch verwendet (1685). „Die schwartze Henne soll die beste seyn“ (Schröder 1344); „die schwartzen Hühner, die noch nicht gelegt haben, sind die besten“ (1. eod.). Ueber schwarze Hühner im Volksbrauche und in der Volksmedizin siehe A. f. R.W. VII, 102; Liebrecht 348; Vernaleken 292, 304; Scheible IX, 200, 379; Volks- kunde II, 230; De Cock 105, 109; Birlinger II, 504, 305; Peters I, 204; Wuttke 37, 299, 300; Jühling an zahlreichen Stellen etc. Gegen Epilepsie wird in Rossshire ein schwarzer Hahn lebendig begraben (Hess. Bl. f. V.K. III, 138). Das Blut schwarzer Tauben wurde bei den Römern zu Zauber- zwecken verwendet (A. f. R.W. VII, 442). Bilder von schwarzen Tauben als Opfersymbole fand man im Tempel einer weiblichen Gottheit auf Kreta (A. f. R.W. VII, 269; Nilsson 361; Abraxas 158). In dem Asklepieion auf Kos bestanden](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24875715_0039.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)