Die volksmedizinische Organotherapie und ihr Verhältnis zum Kultopfer / von M. Höfler.
- Max Höfler
- Date:
- [1908]
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Credit: Die volksmedizinische Organotherapie und ihr Verhältnis zum Kultopfer / von M. Höfler. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![scholt auch wizzen, daz all die maister, die in der Zauberkunst lernet, daz sprechent, daz die Götter und die gaist, die man anruofet, mit gilden schult, die karakteres haizent und mit insigel graben oder daz graben, daz man in ringlein tuot, die zaubraer dester e erhoeret, wenn sie ihnen Weihrauch opfemt; daz ist ain irrung in der liaidenschaft, aber die ganz Wahrheit, daz die jioesen gaist des weihrachs rauch fliehent und daz man Gott besunder damit eit (Conrad v. Meo-enberg; Peters I, 224). d) Die Myrrhe, ajxupva der Griechen, hatte das mao-ische Zeichen Z = CfVjpvY]; das Myrrhenharz diente früher und auch bei Celsus (1. Jahrh. p. Chr.) als antiseptisches wunden- und schleimbeseitigendes Mittel etc., schon in den altägyptischen Tempelrezepten und aus vielen Stellen der Bibel geht hervor, daß es zu Salbölen und Gewürzen verwendet wurde; daß es auch zu Räucherungen benützt worden war, ergibt sich aus Dioskurides I, 77, wo ein Myrrhenruß mit den gleichen Wirkungen des Weihrauchrußes erwähnt wird. Die Myrrhe trägt auch den Namen Theusur, angeblich vom Sonnengott Usar (Schedius 157). Herodot II, 40 schildert, daß der Opferstier bei den Aegyptern mit Honig, Rosinen, Feigen (s. u.), Weihrauch (s. o. S. 19, 34), Myrrhe und anderem Räucherwerk gefüllt ward; hatten sie ihn angefüllt, dann verbrannten sie ihn; von dem, was sie übrig gelassen hatten, setzten sie dann ein Mahl auf (Theophagie), (s. u. Hühnerleber, Gänseleber). Es verlohnt sich, hier aus Hippokrates x) (de sterilitate c. XVIII; Fuchs III, 608) ein Beispiel von medizinischer Bäucherung gegen Frauenleiden, die sich ganz an die rituelle Kultopferräucherung an- lehnt, anzuführen: „Was aber die letzte Räucherung (der sterilen Frau) betrifft zu dem Zeitpunkte, wo man sie (die Frau) aus seiner (des Arztes) Behandlung entlassen will, so schlitze man einem möglichst jungen Hunde (s. u.) den Bauch auf, zerstoße alle möglichen Arten sehr wohlriechender, ganz trockener, würziger Stoffe, nehme dem Hünd- chen die Eingeweide heraus und fülle und stopfe so viel von den würzigen Stoffen hinein, als nur irgend hineingeht. Man lege kleine Stücke (brennenden) Holzes unter, tue das Hündchen in ein (irdenes?) Gefäß, gieße möglichst wohlriechenden Wein darüber und räuchere nun mit Hilfe des (Mutter-) Rohres, und zwar räuchere man sie, je nachdem, ob es in ihren Kräften liegt, den ganzen Tag über auf diesem Räucherungsgeräte zu bleiben, so lange und frage sie dabei, ob es ihr so vorkomme, als wenn der Geruch der würzigen Stoffe ihr durch den Mund nach außen durchdringe. Denn dieses ist ein nicht zu unter- schätzendes Anzeichen dafür, daß die in Behandlung Genommene schwanger werden wird“; diese *Reinigung durch das Hundeopfer ver- treibt den bösen Dämon, der die Konzeption verhinderte und durch die unterstützende Räucherung (Katharsis) ganz ausgetrieben wurde, wie der elbische Dämon beim Herzritt durch Verbenaräucherung. Bei Dioskurides I, 80 ist auch als Räucherungsmittel und wohl- riechende Spezerei angeführt das Bdellion (Balsamodendron Com- miphora, Rosenb.), die ßSeXXa des ägyptisch-hellenisch-jüdischen Zauber- papyrus, welches Harz auch die Bezeichnung war für Natterkopf (xefpaXyj öfetüc), s. u. (Dieterich 816). Dioskurides wollte damit hauptsächlich Krankheiten und den toten Fötus aus dem Frauenleibe austreiben (Berendes 82). Alle die wohlriechenden Harze und Spezereien aber, welchen man ') Unzähligemal führt Hippokrates Weihrauch, Myrrhe und Lorbeer als Frauenmittel an, teils zu Räucherungen, teils zu Scheidenspülungen. Auch die Hebräer und Aegypter verwendeten Myrrhe zu religiösen und ärztlichen Zwecken und bei den altrömischen Okulisten war Myrrhe ein häufiges CoHyrium creo-en Bindehautkatarrhe.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24875715_0045.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)