Die Kamerun-küste : Studien zur Klimatologie, Physiologie und Pathologie in den Tropen / von Friedrich Plehn ; mit 47 abbildungen im text und 1 karte der Kamerun-küste.
- Plehn, Friedrich, 1862-1904.
- Date:
- 1898
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Credit: Die Kamerun-küste : Studien zur Klimatologie, Physiologie und Pathologie in den Tropen / von Friedrich Plehn ; mit 47 abbildungen im text und 1 karte der Kamerun-küste. Source: Wellcome Collection.
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![Tliätigkcit des MchscIkmi nidil in l)Ctraclil. koinnii, cliaraklri-isii'l dichter Urwald mit Baumriesen, welche bis 60 m Jlöhc erreichen das Tief- land und die tiefer gelegenen Theile des Gebirges und des llüchland- randes, Grassteppe das Hochland selbst und die hühereii Theile des- Gebirges. Im Gebirge vollzieht der Uebergang sich je nach der Bodenbe- schaffenheit in wechselnder Höhe, zwischen 2000 luui 2500 ni, schroff und ohne Uebergang; im Hochplateau vermittelt, aus geschlossenen AVald- beständen und dazwischen gestreuten Grasflächcn gemischt, die sogenannte Parklandschalt den Uebergang zwischen beiden Vegetationstypen. Im Tiefland ist die Mangrove (Rhizophora mangle), mit den blanken, leder- artig festen Blättern der Charakterbaum für die unter dem Uinlluss von Ebbe nnd Flutli abwechselnd unter AVasser gesetzten und wieder trocken lAclegten Flussufer im Bereich der BrackAvasserzone. Pandanus und l\aphia bezeichnen den Uebergang zur Ufer Vegetation des reinen Süss- wassers. So weit die Seebrise reicht, treten an den trockneren Stellen- dazu Kokospalmen, die Morgen noch 10 Tagemärsche von der Küste entfernt voi'fand, sonst gehören der Wollbaum (h]riodendron anfractuosum),, Akazienarten, Gelb- und Rothholz, die Oelpalme (Elaeis), die namentlich im Nordwesten des Schutzgebietes, nach dem Rio del Rey hin, in unge- heuren Massen vorkommt und bis gegen 1200 m am Rand des afrika- nischen Plateaus hinansteigt (Zintgraff) und die AVcinpalme (Raphia \inifera) zu den Charakterbäumen der Kamerunküste. Auch Ebenholz. ist im nordwestlichen Theil des Gebirges nicht selten. Am oberen Sannaga kommt auch die fächerpalme (Hyphaene) vor; Tamarinden und Dracänen sind im ganzen Küstengebiet häufig. Als Nahrungs- und Genussmittel der Negerbevölkerung und vielfach auch der Europäer kommt praktisch im Tiefland die Kassada oder Maniok (Manihot utilissima), die Erdnuss (Arachis hypogaea), Kolanüsse. Bananen (]\Iusa paradisiaca) sowie in hervorragender Weise die im ganzen Küstengebiet sehr verbreitete Kokosnuss in Betracht, deren Frucht in der mannigfachsten AVeise ausgenutzt wird und in sich alle zur Er- haltung des Stoffwechsels erforderlichen Nährstoffe vereinigt i). Ebenso ist die Kamerunküste an vorzüglichen Früchten, Mangopflaumen, der Frucht der Mangifera indica, Ananas (Ananassa satlva) u. a. reich. Das aus den Fruchthüllen der Eleaeis gewonnene Palmöl dient Eingeborenen und Europäern bei der Bereitung der Speisen; aus ihr, wie auch aus der Raphiapalme wird Palmwein gewonnen: auch Gewürze, namentlich Pfeffer, liefert der AA^ald in reicher j\Ienge. Die Plantagen am AVest- abhang des Kamerungeblrges produciren Kakao und Caffee, sowohl ara- bischen als auch, wenn auch nicht so reichlich, Llberlacafifee, dazu Tabak und Cardemom, Ingwer, Pfeffer, sowie fast alle europäischen Gemüse, letztere namentlich in ausgezeichneter Qualität im Gebirge und Hoch- land in 600—900 m Höhe nach den in Buea und Bonjongo, sowie in Jaunde gemachten Erfahrungen. In hygienischer Hinsicht Ist das von nicht zu unterschätzender Bedeutune:. — Im Hochland tritt die Negerhirse- 1) Die Analyse der Nuss ergiebt: 46,6 pCt. AYasser, 35,9 pCt. Fett, 5,5 pCt. Eiweissstoffe, 8,1 pCt. Zucker, 1 pCt. Mineralstoffe. Semler, Trop. Agricult. I. S. 593.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21072607_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)