Die Kamerun-küste : Studien zur Klimatologie, Physiologie und Pathologie in den Tropen / von Friedrich Plehn ; mit 47 abbildungen im text und 1 karte der Kamerun-küste.
- Plehn, Friedrich, 1862-1904.
- Date:
- 1898
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Credit: Die Kamerun-küste : Studien zur Klimatologie, Physiologie und Pathologie in den Tropen / von Friedrich Plehn ; mit 47 abbildungen im text und 1 karte der Kamerun-küste. Source: Wellcome Collection.
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![Die mittleren Minima schwankten in Kamernn zwischen 21,4*^ (August 94) nnd 23,40 (^Febr. 94). Die tiefste beobachtete Temperatur betrug 20,10 im März und Juni 93. In Victoria wurden etwas grössere Differenzen beobachtet, das höchste Maximum betrug Mai 93 33,6o, das tiefste Minimum 19,0^ im Juni. Dass die mittlere Temperatur von Victoria mit 24,9 o, etwas niedri- ger als in Kamerun ist, hängt vielLeicht mit den zeitlich etwas anders ^•ewählten Beobachtungstei-minen, vielleicht auch mit der direkteren Ab- kühlung durch den ßergwind zusammen, welcher seinen Einfluss nament- lich auf die ]\Iorgen- und Abendtemperaturen ausübt. Von grosser Bedeutung sind die täglichen AVärmeschwankun- gen; dieselben sind entsprechend der maritimen Lage Kameruns unbe- deutend. -Sie zeigen im ganzen eine Curve, welche ihren tiefsten Stand in der Regenzeit, ihren höchsten in der Trockenzeit erreicht. Die durchschnittliche tägliche Temperaturschwankung betrug 6,8 o, den geringsten Werth zeigte der JuK 94 mit 4,2'^, den höchsten der März 94 mit 7,7°; die grösste überhaupt beobachtete Differenz zeigte der April 94 mit 10,5°, die kleinste der August 94 mit 1,5 ^ täglicher Schwankung. Einerseits ist es gerade die ausserordentliche Gleichmässigkeit der Temperaturbewegung, welche so erschlaffend in den Tropen wirkt, ande- rerseits sind schon verhältnissmässig geringe Schwankungen, namentlich nach unten, bei der grossen Empfindlichkeit, welche die Haut in den Tropen erlangt, von grossem Einfluss in hygienischer Beziehung; so be- sonders für Darmkrankheiten und Rheumatismus. Das Klima im Gebirge und auf dem central afrikanischen Plateau nähert sich wesentKch mehr europäischen Temperaturverhältnissen; dort würde dasselbe an sich dem Wohlbefinden des eingewanderten Europäers kaum ein Hinderniss in den AVeg legen. Als Uebergang zu diesem Gebirgskhma können die desbezüglichen Verhältnisse auf der Barombistation angesehen werden, die nach den 11 Monate hindurch fortgesetzten Beobachtungen eine mittlere Temperatur von ca. 24,8 ö, also analog der Julitemperatur von Rom, besitzt. Ent- sprechend dem mehr continentalen Charakter zeigte sich eine grössere Differenz zwischen den Maxima und Minima als in Kamerun, welche zwischen 19,0 und 34,3 schwankten und monatliche Temperaturschwan- kung bis 14,4° zeigten. Aehnliche geringe Abweichungen zeigt die ca. 80 km landeinwärts am Sannaga gelegene Station Edea, wo nach den mit kurzen Unterbrechungen vom März bis September 94 durch v. Brauchitsch durchgeführten Beobachtungen die Extreme gleichfalls weiter auseinander liegen und zwischen 35,5 und 19,5° schwanken. Wesentlich tiefer ist die Temperatur im Gebirge. Eine über 8 Monate sich erstreckende Beobachtungsreihe aus Buea verdanken wir Dr. Freu SS. Nach demselben schwankte die Temperatur zwischen 18,5 und 20,7 » im Mittel, lag also zwischen der mittleren Jahrestemperatur von Algier und Alexandrien, resp. zwischen der mittleren Juhtemperatur von Leipzig und Bordeaux. Die Temperatur überschritt niemals 28,5° und sank bis 11,6° im Mai, welcher überhaupt die grössten Differenzen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21072607_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)