Fünf Lustren ophthalmologischer Wirksamkeit / von Albert Mooren.
- Albert Mooren
- Date:
- 1882
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Credit: Fünf Lustren ophthalmologischer Wirksamkeit / von Albert Mooren. Source: Wellcome Collection.
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![schränken, vorliandene Synechien zu dehnen, wenn sie auf Atropin- gebrauch nicht schwinden. Man erreicht dieses Resultat nach vol- lendeter Heilung der Iritis durch Physostigmineinträufelungen. Der Spielraum, welcher in dieser Weise für die Pupillarbewegungen er- rungen wird, verhütet das Auftreten von Rückfällen. Bei der Iritis serosa genügen in der Regel massige Atropin- einträufelungen, um die Pupille continuirlich erweitert zu erhalten. Das beste Mittel zu ihrer Bekämpfung ist der Gebrauch schweisstreibender Mittel und unter ihnen wieder das vorzüglichste, die subcutane Ein- spritzung von Pilocarpin. So lange die so häufig complicirende Keratitis punctata mit vollständiger Integrität der Pupillar]>eweg- lichkeit auftritt, ist der Gebrauch von Physostigmin behufs Heral)- setzung des Druckes in der vordem Kammer angezeigt, während von dem Momente eines Eintrittes von Parenchyraerkrankung der Iris jede örtliche Behandlung mit Ausnahme von Cataplasmen zu sistiren ist. Mit Rücksicht auf die grosse Geneigtheit der Krankheit, einen Ueber- gang in Glaucom zu nehmen, wird die Drucksteigerung immer sorg- fältig controllirt werden müssen, um bei Zeiten ihren verderblichen Einfluss durch Ausführung einer Iridectomie niederhalten zu können. Die punktförmigen Horuhautniederschläge, welche ohne Ausnahrae bei der Anwesenheit von Iritis serosa gefunden werden, bedürfen keiner besondern Therapie. Sind sie indessen gar zu umfangreich, so ist immer rathsam, von Zeit zu Zeit eine Punction der vordem Kammer vorzunehmen, auch wenn keine Zeichen einer intraocularen Druck- erhöhung vorhanden sind, weil mit dem Abfluss des Humor aqueus resp. seiner raschen Neubildung sich die Summe des Niederschlag- auf der hintern Hornhautfläche immer vermindert. Das Vorkommen dieser Beschläge bei der Anwesenheit einer parenchjTiiatösen Entzündung der Iris verlangt nicht das Innehalten anderer therapeutischer Grundsätze als eben angeführt wurde. Audi unter diesen Verhältnissen habe ich mich stets des Atropingebrauchs zu enthalten gesucht. Die Anwendung der Cataplasmen und einer systematischen Inunctionscur bildete stets die Richtschnur meines therapeutischen Handelns, nur da von einer nach den vorliegenden Verhältnissen stets wechselnden Medication unterstützt, wo die An-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22294636_0144.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


