Psychiatrie : Klinik der Erkrankungen des Vorderhirns begründet auf dessen Bau, Leistungen und Ernährung : 1. Hälfte / von Theodor Meynert.
- Date:
- 1884
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Credit: Psychiatrie : Klinik der Erkrankungen des Vorderhirns begründet auf dessen Bau, Leistungen und Ernährung : 1. Hälfte / von Theodor Meynert. Source: Wellcome Collection.
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![Riechlappen sich einbettet. Gerade weil er dem Affen trotz eines sogar etwas mächtigeren Riechlappens fehlt, hat der Sulcus rectus nicht die Bedeutung einer Einbettungsfurche für den Riechlappen. Der Sulcus rectus vollzieht das Zerfallen der dritten Stirn- windung in zwei parallele Windungen. Die Neigung zu dieser Spaltung der Randwindung spricht sich durch secundäre Furchen bereits an der Convexität des Windungsbogens vielfach, aber unvoll- kommener aus (Fig. 9 L3). Nach aussen vom Sulcus rectus liegt der Sulcus cruciatus. Besser würde er als H- förmige Furche bezeichnet. An der basalen Ansicht des Affenhirnes Fig. 10 ff. und an der scliraffirten Orbitalfläche von Fig. 13 ist diese typische Formation klar zu erkennen. Die mittlere Stirnwindung ist durch die Querfurche des H geknickt. Defect dieser Furche kommt bei Affen vor. Dann liegen einfach vier Stirnwindungen nebeneinander. Die H-förmige Furche bietet in ihren Variationen das belehrendste Bild für eine grosse Unähnlichkeit der Formen, innerhalb welcher doch die Genesis aus einem Typus sich erkennen lässt. Durch die quere Furche des H ist die mittlere Längswindung gleichsam geknickt. Oft durchbricht eine Anastomose der medialen, dritten mit der lateralen, ersten Längswindung der orbitalen Fläche die Querfurche von innen nach aussen und vereinigt die typisch von einander getrennten Win- dungen. Die Orbitalfläche gewinnt dabei die Gestalt dreier quer hintereinander- liegender Windungen. Andere Male aber wird die quere Furche durch eine Ana- stomose überbrückt, welche das vor und das hinter ihr liegende Stück der mittleren Windung vereinigt, dann ist das H in drei gerade Windungen verwandelt, die nach aussen von dem Sulcus rectus verlaufen, parallel der durch letztere abgespalteten innersten vierten geraden Orbitalwindung. Durch Anastomosen ist in beiden Fällen eine gegensätzliche Bildung der Orbitalfläche entstanden. Diese beiden Störungen liegen aber vollkommen innerhalb einer der oben aufgezählten Coraplica- tionen des Rindentypus, indem ihnen Vereinigung typischer Trennung zu Grunde liegt. Complicirte Furchenbildungen können dem H eine Sternform verleihen. Secundäre Furchen fehlen hier dem Menschen überhaupt höchst selten. Die dritte Oberfläche des Stirnlappens, seine mediale Ober- fläche lässt sich von der Beschreibung der gesammten medialen Oberfläche (Fig. 13, pag. 18) nicht trennen. 2. Der Scheitellappen. Die Convexität des Scheitellappens lässt sich am menschlichen Gehirne nur nach Betrachtung des Scheitellappens am Affengehirne verstehen (Fig. 8). Die vordere Grenze des Scheitellappens ist die Centralfurche, seine vorderste Windung daher die hintere Centralwindung cp. Auch der Mensch zeigt hinter der Centralfurche (Fig. 9) eine hintere Radiär für che Sulcus interparietalis, welche bis nahe an den oberen Rand des Windungsbogens die Scheitelregion diagonal abtheilt (|U [Sop] Hf). Die hintere Radiärfurche unterscheidet sich vom Sulcus inter- parietalis des Affen dadurch, dass sie nicht am Sulcus occipitalis](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21966357_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


