Die pathologische Anatomie des Gehörorganes / bearbeitet von Hermann Steinbrugge.
- Steinbrügge, H. (Hermann), 1831-1901
- Date:
- 1891
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die pathologische Anatomie des Gehörorganes / bearbeitet von Hermann Steinbrugge. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
46/148 (page 32)
![oder schwach saure, seröse Absonderung liefert. Nach Siebenmaim’«1) verändern sie das seröse Secret durch ihren Stoffwechsel derartig dass es reizend auf die Gewebe einwirkt. Männer werden häufiger von der Otoraycosis befallen als Frauen. ?en AsPergillus-Arten kommt der A. fumigatus am häufigsten im mensch- lichen Gehorgange vor, da er am besten bei 36,5 bis 39° C. gedeiht Er ist jedoch in genngerem Grade schädlich als der A. niger und flavus [Bezold3'’), Siebenmann29)] s0|ar §anz symptomlos im normalen Gehörgange wachsen. Am seltensten Af'r?aVU>f V°r’ ^ derselbe kühlerer Temperaturen zu seinem Wachs- thume bedarf [Sieb enmann]. Eurotium repens macht subjectiv keine Symptome, erscheint als Ueberzug von Cerumenpfiopfen in der korm eines feinwolligen weisslichen oder grünlichen Belages. beme Comdien sind langoval, und unterscheiden sich dadurch von den runden Formen äderen Arten. Otomyces purpureus ward ein Mal von Wreden32) sowie von — ,/n otV,') V? “enschlicben Gehörgange gefunden. Ersterer hielt diesen 155 ^U1 dl® Schlauchfruchte (Asci) tragende Form des Aspergillus niger, weil sich neben den Asci vollständig ausgebildete Conidienträger von A. niger fanden; Burnett halt den Otomyces purpureus für eine selbständige Form. Siebenmann glaubt dass das Penthecium nebst den Asci des Aspergillus nidulans (Eidam), eines von ihm zuerst im Ohre gefundenen pathogenen Pilzes dem von Wreden und Burnett beschriebenen Otomyces purpur. entspreche, da dasselbe bei erfolgter Reife, ebenso wie die Asci eine dunkle Purpurfarbe annimmt.; Derselbe Autor34) berichtet aus Bezold’s Praxis über den Befund eines pa- thogenen Penicillium minimum. des Mucor septatus Bezold und des Mucor corym- bifer Lichtheim, im Gehörgange. Letzterer Pilz war bereits von Wagenhäuser36) und Hückel ”) in einem Falle von Otit. med. et externa gefunden worden. Das Halliei sehe Stemphjlium, das Steudener’sche Trichothecium roseum, sowie das Harz-Bezold’sehe Verticillium hält Siebenmann für identisch. Lindt38) fand im menschlichen Gehörgange einen neuen pathogenen Schimmelpilz, welchen er als Eurotium malignum bezeichnet, da derselbe, in die Blutbahn von Kaninchen injicirt, allgemeine Mykose bewirkte, welcher die Thiere nach 4 bis 5 Tagen erlagen. Va- lentin37) entdeckte bei einem 9jährigen, an linksseitiger perforativer Mittelohr- entzündung und aphthöser Erkrankung der Mund- und Rachenhöhle leidenden Mäd- chen Soorpilze im Gehörgange und im Mittelohre der linken Seite. Es konnte nicht entschieden werden, ob die Pilze die Eiterung veranlasst hatten, oder zu einer be- stehenden Mittelohreiterung hinzugetreten waren. Endlich fand Kirchner8) bei einem an Pityriasis versicolor des Halses und der Brust leidenden Manne gelblich- braune Flecken im Gehörgange, deren Schuppen Mikrosporon furfur Eichstedt enthielten. Derselbe Autor beobachtete auch Psoriasis im Gehörgange. Hinsichtlich der Geschwulstbildungen wäre zu bemerken, dass polypöse Geschwülste selten im Gehörgange entspringen, wenn man die Granulationswucherungen, welche namentlich oft von cariösen Stellen und fistulösen Oelfnungen der hinteren oberen Wand ausgehen, von eigentlicher Polypenbildung unterscheidet. Auch Warzen und Pa- pillome der Gehörgangshaut sind selten [v. Tröltsch37), Gruber38), Rossi32), Bing51)]. Chondrome und Cystenbildungen sind von Gru- ber58) beobachtet worden. Die von Toynbee56) als Molluscous tumours beschriebenen Geschwülste, welche im Gehörgange primär entstehen, bei fortschreitendem Wachsthume den Gang erweitern, das Trommelfell zerstören, und in das Innere des Ohres eindringen sollen, sind wahr- scheinlich zum grössten Theile als Cholesteatombildüngen in Folge voraufgegangener Mittelohr- und Trommelfell - Entzündungen aufzu- fassen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21718258_0046.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)