Untersuchungen über Cholesteatome und ihre Ergebnisse für die Lehre von der Entstehung der Geschwülste ... / Emil Glaeser.
- Glaeser, Emil, 1862-
- Date:
- [1890]
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Credit: Untersuchungen über Cholesteatome und ihre Ergebnisse für die Lehre von der Entstehung der Geschwülste ... / Emil Glaeser. Source: Wellcome Collection.
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![Autor geleugnet wird, mögen auch die Ansichten über ihre Selbständigkeit weit aus einander gehen, haben sich schon seit längerer Zeit, besonders von Seiten der Otologen zahlreiche Stimmen erhoben, welche die Entstehung der zahlreichen im i Gehörorgan vorkommenden Cholesteatome lediglich als Folge einer chronischen Entzündung der auskleidenden Schleimhaut ansehen und ihr Wesen im Grossen und Ganzen als desquama¬ tiven Prozess bezeichnet wissen wollen. Nach dem Urtheil aller Autoren sitzen die Cholesteatome zumeist in dem hinteren, oberen Theil der Paukenhöhle, den wir als horizontalen Theil des Warzenfortsatzes oder als Antrum . mastoideum ’) bezeichnen. Dieser constant und in jedem Lebens¬ alter hinter und über der Paukenhöhle sich findende Raum, welcher durch seine Communication mit der Paukenhöhle die¬ selbe wesentlich vergrössert, besteht beim Neugebornen aus einem kleinzelligen, schwammigen Knochengewebe, welches einen 4 — 5 um grossen Hohlraum, eben das spätere Antrum mastoi¬ deum, umgiebt. Die Entwickelung des Warzenfortsatzes wird erst zur Zeit der Pubertät eine vollkommene, und es unter¬ scheiden die Anatomen am ausgebildeten Proc. mastoideus zwei Abschnitte, den horizontalen Theil, ein grösserer unter dem Dache des Warzenfortsatzes gelegener Hohlraum, in welchen man un¬ mittelbar durch die Oeffnung an der hinteren Paukenhöhlenwand . gelangt, und den eigentlichen zelligen oder verticalen Theil des Warzenfortsatzes. Die das Antr. mastoid. begrenzenden Zellen- :räume werden durch Knochenlamellen gebildet, die sich in ver¬ schiedenen Richtungen kreuzen; die Anzahl und Grösse der La¬ mellen ist äusserst mannichfach. Die Wände der Räume, welche nunter einander und mit dem Antr. mast, in Verbindung stehen, werden von einer zarten Membran, einer Fortsetzung der Pauken¬ höhlenauskleidung, überzogen, welche mit dem Perioste ver¬ schmolzen ist und ein nicht flimmerndes, dem Plattenepithel sich näherndes Epithel trägt. Das Epithel der Paukenhöhlen- ;iauskleidung selbst ist nach Politzer 2) bei Erwachsenen im un- ]) Ludwig Joseph (Zeitschr. f. ration. Medicin, Bd. XXVIII.) schlägt als richtigere Bezeichnung „obere Paukenhöhle — Cavum tympani superius“ vor. 2) Lehrbuch d. Ohrenheilk. 1878. S. 284.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30584553_0011.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)