Untersuchungen über Cholesteatome und ihre Ergebnisse für die Lehre von der Entstehung der Geschwülste ... / Emil Glaeser.
- Glaeser, Emil, 1862-
- Date:
- [1890]
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Credit: Untersuchungen über Cholesteatome und ihre Ergebnisse für die Lehre von der Entstehung der Geschwülste ... / Emil Glaeser. Source: Wellcome Collection.
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![durchweg Kerne erkennen lassen. Hie und da sieht man einzelne Chole- stearintafeln. Die verschiedenen Perlen treten nun vielfach mit einander in so innige Berührung, dass man sie von einander nicht abgrenzen kann; zuweilen sieht man indess zarte Bindegewebsztige noch zwischen die einzelnen Geschwülste hineinziehen, besonders da, wo dieselben noch kleiner sind, mehr Spielraum haben; ja bis zu einer gewissen Grosse liegen die einzelnen Perlen vollkom¬ men isolirt, und erst, wenn der gegenseitige Druck grösser wird, verschwin¬ den die Scheidewände, und die Zelllamellen gehen in einander über. Ur¬ sprünglich liegt aber jede Perle in einem Bindegewebssack der Pia mater, so dass man die Geschwulst in ihrer Gesammtheit, wie Virchow bemerkt, geradezu als multiloculäre bezeichnen könnte. Vor Allem handelte es sich nun darum, zu erfahren, woher die eigen- thiimlichen, platten, polygonalen Zellen stammten, die durchaus verhornten Epidermiszellen glichen. Die Untersuchungen früherer Forscher Hessen mich meine Aufmerksamkeit von vornherein auf das Verhältniss der subarachnoi- dealen Bindegewebsbälkchen und der sie bedeckenden Endothelien zu den Cholesteatomzellen richten. Bekanntlich ziehen von der Araehnoidea zur Pia mehr oder minder zahl¬ reiche theils gefässhaltige, theils solide Bindegewebsstränge, zwischen denen sich unter einander communicirende Hohlräume befinden. Die Gedrängtheit der Bindegewebsbälkchen und die Ausdehnung der areolären Räume des subarachnoidealen Gewebes steht nun ungefähr im umgekehrten Verhältniss zur Tiefe der Thäler, über welche die Araehnoidea sich hinspannt, und so können stellenweise, z. B. an der hinteren Querspalte, sowie zwischen Brücke und Hypophyse, die Verbindungen der Araehnoidea mit den darunter gele¬ genen Gebilden äusserst wenige sein, ja selbst völlig fehlen. Je mehr man jedoch nach den Seiten und nach vorn geht, nimmt die Menge der Sub- arachnoidealbälkchen zu, und die Räume dazwischen werden immer kleiner und enger, so dass man häufig auf mikroskopischen Durchschnitten jener Partien zahlreiche Bindegewebsbälkchen zwischen beiden Häuten sieht, die nur durch enge Spalten von einander getrennt sind. Diese Spalten sind zum Theil ausgekleidet mit Zellen, welche stark tingirbare Kerne besitzen. Da nun die Bindegewebsbälkchen häufig mit einander anastomosiren, hat es zuweilen den Anschein, als ob jene Reihen von Zellen mit stark tingirbaren Kernen in] Innern der Bälkchen sitzen. Fertigt man jedoch Serien von Schnitten an, so lässt sich deutlich erkennen, dass die Spalten wirklich zwischen den einzelnen Bälkchen liegen und dass die erwähnten Zellen le¬ diglich die Oberflächen derselben überziehen. Dieser Ueberzug ist übrigens, wie schon oben angedeutet, nicht continuirlich, sondern lässt zuweilen ganz bedeutende Lücken erkennen. Das Verhalten der Endothelien nun an meinem Präparat wäre am leich¬ testen in den mittleren Partien zu erkennen gewesen, wo die mehrfach be¬ sprochenen Bindegewebsbälkchen isolirt stehen. Durch die Tumoren waren diese Partien jedoch so verändert, dass ich für die mikroskopische Unter-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30584553_0007.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)