Arbeiten des Pharmakologischen Institutes zu Dorpat.
- Universitas Dorpatensis. Pharmakologickeskii Institut.
- Date:
- 1888-
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Credit: Arbeiten des Pharmakologischen Institutes zu Dorpat. Source: Wellcome Collection.
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![Bronchien leiden, desto eher scheint die Senega zu passen.“ Auch Thilenius sprach sich in diesem Sinne aus. Aber nicht nur gegen acute, sondern auch gegen chronisch- entzündliche Processe in der Lunge wurde Senega warm empfohlen. So sollte sie nach „geendigten Anfällen des Blutspeiens nützlich werden, wenn wegen Lungenatonie der Auswurf nicht gehörig erfolgen will“. Ja, Richter J) sagt sogar: „Man will durch sie (täglich zu 1 Scrupel mit Süssholzpulver) Lungenknoten aufgelöst haben.“ Schon Tennent meinte gute Erfolge bei der Behandlung der Phthisis mit Senega er- zielt zu haben. Ausser der LungenafFection war es der Croup, bei dem die Senega gute Dienste leisten sollte. Marker* 2) rühmte den grossen Nutzen der Senega gegen diese Krankheit. „Selbst in späteren Zeit- räumen der häutigen Bräune, wenn die Respiration sehr schwer und röchelnd wird, die zähen Gerinnsel nur äusserst schwer ausgeworfen werden, kann sie mit Nutzen gegeben werden, zumal wenn schon viel Calomel verbraucht wurde und man dieses aus irgend einem Grunde nicht mehr weiter geben will oder kann.“ Archer3) meinte, dass die Senega, im Anfang des Croups gegeben, seinen weiteren Fort- gang sistiren könne. Valentin4) erklärte die guten Erfolge der Senega bei der Croupbehandlung durch die brechenerregende, ab- führende und diaphoretische Wirkung dieser Pflanze. Bretonneau5), der beim Croup die Senega in Pulverform zu 4—5 g pro Dosis stündlich gab, heilte viele Fälle dieser Krankheit. Freilich wandte er gleich- zeitig auch Calomel an. Der Senega schreibt er hauptsächlich die Fähigkeit zu, die Bildung der Croupmembranen zu verhindern: in richtiger Dosis gegeben, errege sie bei Kindern heftiges Erbrechen, wobei die Membranen losgelöst und ausgestossen werden. Wegen ihrer local reizenden Wirkung fand die Senega Ver- wendung als Anthelminthicum; so führt sie deswegen noch 1848 Strumpf6) an. Ferner wurde die Senega gegen acute Exantheme, wie Blat- tern, Masern, Scharlach, angewandt. Jahn7) will sie hier nützlich gefunden haben, „wenn das blasse, missfarbige Exanthem nicht recht hervorbrechen will, selbst wohl wieder verschwindet, und wenn Aengst- lichkeit, kurzer Athein, Husten vorliegt“. Wegen ihrer diaphoretischen und diuretischen Wirkungen fand die Senega eine weite Anwendung gegen W assersucht durch Mackenzie 8), Milman9) und W endt10). Oberteuffer 41) rühmte ihre diuretische ]) Richter, Spec. Therapie. Ed. 4. p. 613. 2) Marker, Hufel. Journ. Ed. 19. St. III. p. 128. 3) Archer, Samml. auserles. Abh. z. Gebrauch i'. pract. Aerzte. Bd. 20. p. 308. 4) L. Valentin, Recherches hist, et prat. sur le croup. p. 671. Ferner Lettre au docteur Bouriat sur le seneka dans le croup: Journ. gen. de med T. XXIII. 25. 5) Bretonneau, Traite de la Diphtherite. p. 271. 6) Ferd. Ludw. Strumpf, System. Handbuch der Arzneimittellehre Bd 1 1848. p. 564. 7) Jahn, Arzneimittellehre. Bd. 2. p. 521. 8) Mackenzie, Medic. observat. et inquisitiones. II. p. 288. 9) Milman, Animadversiones de natura hydropis ejusque curatione. p. 114. 10) Wen dt, Erlanger Krankeninstitutsnachrichten. 5 u. 6. p. 26. n) Oberteuffer, Hufel. Journ. Bd. 9. St. III. p. 104.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21690443_0104.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


