Arbeiten des Pharmakologischen Institutes zu Dorpat.
- Universitas Dorpatensis. Pharmakologickeskii Institut.
- Date:
- 1888-
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Credit: Arbeiten des Pharmakologischen Institutes zu Dorpat. Source: Wellcome Collection.
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![C2H40, nach Klinger und Mutschler J) C20H34O10. Mutschler ge- lang die Darstellung der Substanz in Krystallen. Bei der Spaltung des Cyclamin mit verdünnten Säuren erhielt Klinger 20,07 °/o Zucker und 05,38°/o Spaltungskörper, Mutschler dagegen 35,58 °/o Spaltungskörper und 50,32 °/o Zucker. Den Spal- tungskörper nennt Klinger Cyclamiretin und giebt ihm die Formel C'uH2405; nach Mutschler lautet die Formel C15H2202. Den Zucker hielt man für Traubenzucker. Während den Angaben de Luca’s zufolge bei Einwirkung von schmelzendem Kalihydrat auf Cyclamin unter Wasserstoffentwickelung eine eigenthümliche, im Wasser schwer lösliche Säure, und bei Salpeter- säureeinwirkungsaure Verbindungen entstehen, hat Mutschler in beiden Fällen nicht krystallisirbare Körper erhalten, deren nähere Zusammen- setzung er nicht anzugeben vermag. Das Cyclamin ist nach Mutschler kein aromatischer Körper, sondern gehört der Fettreihe an. II. Darstellung. Das Cyclamin ist zwar zuerst von Saladin aber wohl nicht ganz rein dargestellt worden; später beschäftigten sich mit der Gewinnung desselben de Luca und Th. W. C. Martins* 2), und diese Autoren haben Methoden angegeben, nach welchen die Reindarstellung und Ausbeute an Cyclamin nichts zu wünschen übrig lassen. Nach de Luca werden 4 kg der Knollen von Cyclamen mit Aq. destill. ab- gewaschen, in kleine Stücke geschnitten und nebst 4 1 rectifieirtem Weingeist in eine geräumige Flasche gebracht. Das Ganze wird während 45 Tagen an einem dunklen Orte stehen gelassen und nach dieser Zeit der Alcohol abgegossen. Die Knollen werden dann in einem Mörser zerquetscht, mit 3 1 Alcohol in dieselbe Flasche gebracht und nach einem Monate der Alcohol durch Auspressen getrennt. Den Rückstand verwandelt man in einen Teig und lässt diesen wiederum mit 2 1 Alcohol 20 Tage lang in Berührung; der Alcohol wird durch Auspressen getrennt und mit den beiden vorigen Tincturen vereinigt, filtrirt und der grösste Theil des Alcohols durch Destillation im Wasserbade wiedergewonnen. Der dabei erhaltene Rückstand von gelatinösem Aussehen wird, vor dem Lichte geschützt, in einer Porzellanschale im Wasserbade zur Trockene verdampft und dann mit kaltem, rectifieirtem Weingeist ausgezogen. Die alcoholischen Lösungen von dieser Be- handlung werden ebenfalls vereinigt, filtrirt, in eine Schale gegossen und 40 Tage lang an einem dunklen kühlen Orte der freiwilligen Verdunstung überlassen. Die. nach dieser Zeit auf dem Boden der Schale in Form kleine]- Anhäufungen sich findende weissliche, amorphe Substanz wird sorgfältig gesammelt, mehrere Male mit kaltem Alcohol abgewaschen und darauf in siedendem Alcohol gelöst. Diese alcoholische Lösung setzt beim Erkalten den aufgelösten Stoff immer wieder in derselben Form kleiner, amorpher Häufchen ab; dies ist das Cyclamin, welches man vor dem Lichte geschützt im luftleeren Raume neben Schwefelsäure trocknet. Das Verfahren, dessen Martins zur Darstellung des Cyclamins sich be- diente, besteht darin, dass man G Pfund getrocknete und gröblich zerstossene Knollen mit 18 1 Alcohol von 97° Tr. in einer kupfernen Blase übergiesst, 4—51 Alcohol abdestillirt und erkalten lässt. Den überdestillirten Weingeist bringt man in die Blase zurück und wiederholt das Verfahren durch Abdestillation noch 2—3 Mal. Erkaltet, presst man den weingeistigen Auszug aus. filtrirt und bringt das Filtrat wieder in die vorher gereinigte Blase. Man destillirt so lange, bis ') Annalen der Chemie. Bd. 185. p. 214. 2) Neues Rep. Pharm. VIII. p. 388.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21690443_0111.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


