Ueber Neuritis optica : besonders die sogenannte 'Stauungspapille' und deren Zusammenhang mit Gehirn-Affectionen / von R. Deutschmann.
- Deutschmann, Richard Heinrich, 1852-
- Date:
- 1887
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Credit: Ueber Neuritis optica : besonders die sogenannte 'Stauungspapille' und deren Zusammenhang mit Gehirn-Affectionen / von R. Deutschmann. Source: Wellcome Collection.
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![Intensität zu. Papille geschwollen, Bindegewebsgerüst ge- wuchert ; eine Menge feiner Capillaren durchziehen das Gewebe, das mässig reichlich von Lymphkörperchen durchsetzt ist. Die Retina ist etwas abgedrängt und ihr Stützgewebe gewuchert; auch scheint die Faserschicht in der nächsten Umgebung der Papille verdickt. Es lehren diese Versuche, dass die in den Schädelraum eingebrachten Infectionsstoffe in die Sehnervenscheidenräume mit einer gewissen Geschwindigkeit hinabfliessen, um am Ein- tritt des Opticus in den Bulbus zunächst mechanisch aufge- halten zu werden. Sie fliessen mit einer gewissen Geschwindig- keit hinab, weil nur so der normale Befund der centralen Opticustheile zu erklären ist. Die Ihfectionskeime haben keine Zeit unterwegs haften zu bleiben. Nur durch Hinabschwemmen derselben durch Flüssigkeit ist diese Geschwindigkeit zu er- reichen. Darum keine descendirende Neuritis und Perineuritis optica, während am bulbären Ende bereits die Infection längere Zeit stattgefunden hat. Der ganze Vorgang ist demnach so zu denken: Das Auf- treten der Tuberkel der Hirnhäute nach erfolgreicher Impfung ist mit entzündlicher Hyperaemie verbunden; wir finden stets Spuren eines acuten Hydrocephalus externus. Diese hydroce- phalische Flüssigkeit wird natürlich in die Sehnervenscheide abzufliessen streben, besonders wenn der Hirndruck mit dem massenhaften Aufschiessen von Miliartuberkeln immer mehr steigt. Diese mit Infectionskeimen behaftete Flüssigkeit häuft sich zunächst an der Eintrittsstelle des Opticus in den Bulbus an und führt hier — anfangs zu einer einfachen Ent- zündung von Opticus und Papille, später zur Entwickelung einer Miliartuberkulose der Sehnervenscheiden selbst. — Dass die PapilHtis nicht etwa durch „Druck seitens der Scheiden- tuberkel entstehen kann, beweist der Umstand, dass dieselbe bereits zu einer Zeit auftritt, wo ein ausgebildeter Tuberke]](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22299300_0042.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


