Die Krankheiten der Wöchnerinnen / von Dr. E.G. Friedrich Berndt.
- Berndt, Eduard Gebhard Friedrich, 1817-1846.
- Date:
- 1846
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Credit: Die Krankheiten der Wöchnerinnen / von Dr. E.G. Friedrich Berndt. Source: Wellcome Collection.
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![und d^s Mastdarms, wodurch der Grujid zu einer Fißtula ve^ sico-vaginalis oder recto - vaginalis gelegt wird. Im Allgemei- nen sind die Zufälle, welche einfache Scheidenrisse herbeiführen, geringfügig. Die Heilung geht indessen meist nur langsam und durch den Eiterungsprocess von statten, was wohl in der fort- dauernd nachtheiligen Einwirkung der Wöchnerinnenreinigung seinen Grund hat. Hierbei beobachtet man nicht selten in dem Zellgewebe zwischen der Vagina und den nahe gelegenen Or- ganen Eitersenkungen, die zu Durchbohrungen nach dem Mast- darm, dem Perinaeum, zur Bildung von Fisteln, ja zur Zer- störung der Scheide Veranlassung geben können. Auch aus einer Blutansammlung im Zellgewebe können diese üblen ]Er- eignisse hervorgehen. Die Ruptur als solche erfordert keine besondere Behand- lung; nur ist durch oft wiederholte lauwarme Injectionen für ReinUchkeit und Minderung der schädlichen Einwirkung der Lochien zu sorgen. Blutinfiltrationen und Eitersenkungen im Zellgewebe sind nach den allgemeinen Regeln der Chirurgie zu behandeln. §, 324. <y) Der Einriss der Scheidenmündung und des Mittelflei- sches kommt am häufigsten vor, und fordert desshalb und seiner bedeutenden Folgen wegen die besondere Beachtung des Arztes. Folgende Fälle sind hierbei zu unterscheiden: 1) Es handelt sich um einen Einriss in die Scheidenmün- dung, somit auch in die Schamlefzen, ohne erhebliche Theil- nahme des Mittelfleisches. Meist erfolgen dergleichen Einrisse an der hinteren Commissur, seltener nach der Seite, und noch seltener nach oben hin. Sie sind übrigens ohne besondere Be- deutung, denn mit der Zusammenziehung der äusseren Geschlechts- theile verkleinern sie sich und heilen bei einem entsprechenden Verhalten ohne nachtheilige Folgen. 2) In anderen Fällen beginnt der Scheidenriss schon etwas höher hinauf und theilt sich dem Mittelfleische in grösserer oder geringerer Ausdehnung mit. Ja nicht selten wird der grösste 34 ♦](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21041647_0563.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)