Volume 1
Geschichte des deutschen Gesundheitswesens / von Dr. med. Alfons Fischer ... Bearbeitet im Auftrage und mit Förderung des Reichsgesundheitsamtes. Hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft Sozialhygienischer Reichsfachverbände.
- Alfons Fischer
- Date:
- 1933
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Credit: Geschichte des deutschen Gesundheitswesens / von Dr. med. Alfons Fischer ... Bearbeitet im Auftrage und mit Förderung des Reichsgesundheitsamtes. Hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft Sozialhygienischer Reichsfachverbände. Source: Wellcome Collection.
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![HAUPTABSCHNITT A Vom Gesundheitswesen der alten Deutschen zur Zeit ihres Anschlusses an die Weltkultur bis zur Wirksamkeit des Stadtarztes Struppius (Die ersten 16 Jahrhunderte unserer Zeitrechnung) ABSCHNITT I Umfassende Gebiete des Gesundheitswesens Zum Zweck der leichteren Übersicht gliedern wir den Stoff zunächst in solche Gebiete, die sich gleichzeitig mit vielen Zweigen, und in solche, die sich nur mit einem Zweige des Gesundheitswesens befassen. Für unsere Verteilung der geschichtlichen Angaben auf die einzelnen Kapitel ist viel¬ fach lediglich die Rücksicht auf die Klarheit der Darstellung maßgebend; manche Schilderungen könnte man auch in einem anderen als in dem von uns ausersehenen Teil darbieten. 1. Das Gesundheitswesen der alten Deutschen zur Zeit ihres Anschlusses an die Weltkultur Die in der Einleitung gekennzeichneten Aufgaben des Geschichtsschreibers, den historischen Stoff zu suchen, auf seine Richtigkeit zu prüfen, zu deuten und tunlichst nutzbar zu machen, sind besonders schwierig zu lösen, wenn es sich um die Zustände der alten Deutschen handelt. Denn hierbei können wir uns zumeist nur auf Angaben, die nicht von den Deutschen selbst, sondern von den Römern stammen, stützen, da die ersteren, als ihr Anschluß an die Weltkultur erfolgte, ein Volk, das uns keine schriftlichen Denkmäler hinterlassen hat, waren. Es liegen zwar prähistorische1) Funde, die uns manchen Einblick in die vor¬ geschichtliche Kultur der Bewohner von deutschen Landesgebieten gewähren, vor; aber ein irgendwie brauchbares Bild der Gesundheitsverhältnisse bieten sie nicht. Dagegen besitzen wir mannigfaltige römische Darstellungen, die sich mit *) Die Pfahlbau-Funde (siehe z. B. Hans Reinerth »Pfahlbauten am Bodensee«, Augs¬ burg 1922; dort viele Literaturhinweise) sind gewiß sehr bedeutungsvoll, aber hygienisch lassen sie sich vorläufig nicht nutzbar machen. Dasselbe gilt für die vorgeschichtliche Wirbelsäule, an der sich die Folgen der Knochentuberkulose (Paul Bartels »Tuberkulose [Wirbelkaries] in der jüngeren Steinzeit«, Archiv für Anthropologie, N. F. Bd. VI, Braunschweig 1907) nachweisen lassen, zumal ein einzelner Krankheitsfall selbst aus späterer Zeit gewöhnlich für die Kennt¬ nis der öffentlichen Gesundheitspflege nicht zu verwenden ist.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29826755_0001_0037.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)