Einführung in die Methoden der Dioptrik des Auges des Menschen / von A. Gullstrand.
- Gullstrand, A.
- Date:
- 1911
Licence: In copyright
Credit: Einführung in die Methoden der Dioptrik des Auges des Menschen / von A. Gullstrand. Source: Wellcome Collection.
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![um die Veränderung des Spiegelbildes bei der Akkommodation zu beobachten. Wegen der scharfen, hellen Spiegelbilder eignen sich hierzu am besten zwei Nernstspaltlampen, man kann aber auch mit einer auskommen, wenn man das in einem horizontalen Spiegel entstehende Spiegelbild des Spaltes als die zweite Lichtquelle benutzt. Bei diesen Versuchen ist es sehr leicht, zu konstatieren, daß das Spiegelbild bei kleinen ruhigen Bewegungen des Auges manchmal springende Bewegungen ausführt. Man darf aber hieraus nicht etwa den Schluß ziehen, daß die „Faltenbi]düngen, welche an den Isoindizialflächen der Linse vorhanden sind, auch an der vorderen Fläche konstatiert wären, da man, wie schon hervorgehoben wurde, das an dieser Fläche regelmäßig reflektierte Licht nicht von dem in den obersten Schichten der Linsensubstanz und in der vorderen Diskontinuitätsfläche reflektierten unterscheiden kann. Dies ist aber möglich mit der bei dieser Versuchs- anordnung vorgenommenen fokalen Beleuchtung mit Nernstspaltlampe und aplanatischer Linse, bei welcher man ein scharfes Spiegelbild des Spaltes sehen kann, welches, soweit ich finden konnte, nie springende Bewegungen macht. Außerdem hat dieses Spiegelbild dieselbe Farbe wie die übrigen in den brechenden Flächen beobachteten, während das auf gewöhnliche Weise entstehende Spiegelbild der vorderen Linsenfläche auffallend bläulicher ist, ein Beweis dafür, daß es zum größten Teil durch mehrmalige Reflexion an kleinen, regelmäßig angeordneten Teilchen entstanden ist. Mit meinem elektrischen Handaugenspiegel läßt sich das vordere Linsenbild sehr leicht sehen, wenn man bei Emmetropie des eigenen Auges eine positive Korrek- tionslinse von 10 dptr vorschiebt und einen Abstand von 4 mm zwischen Spalt und Loch anwendet, wobei der Spalt in bezug auf das beobachtete Auge nasalwärts vom Loche stehen soll. Läßt man dann den Spalt fixieren, indem man sich dem beobachteten Auge nähert, bis die Pupille scharf ge- sehen wird, so sieht man sehr schön die drei klassischen Purkinjeschen Bilder auf dem dunklen Hintergrunde der Pupille, das der vorderen Linsen- fläche am meisten nasalwärts und gewöhnlich ein wenig höher liegend als die beiden anderen. Sollte bei abnormen Dezentrationen letzteres Bild vom nasalen Pupillenrand verdeckt sein oder dem Hornhautbild zu nahe liegen, um deutlich gesehen zu werden, so hat man nur den Abstand des Spaltes vom Loche entsprechend zu vergrößern bzw. zu verkleinern. Das hintere Linsenbild ist hinreichend lichtstark, um bei den ver- schiedensten Versuchsanordnungen neben dem Hornhautspiegelbild gesehen zu werden. Die einfachste Methode zur Beobachtung desselben ist die mit dem Augenspiegel unter Anwendung einer starken Positivlinse, etwa 20 dptr, welche Kombination auch Lupenspiegel genannt wird. Durch Bewegung der Blicklinie in nasaler Richtung wird das hintere Linsenbild vom Horn- hautspiegel getrennt, indem letzteres mehr temporalvvärts in der Pupille wandert. Da es ungefähr in der Eintrittspupille liegt, so ist es sehr leicht, den Abstand des Spiegels vom Auge so zu bemessen, daß jedes Detail des Bildes gesehen werden kann. Wendet man als Lichtquelle eine mattierte Glühlampe an, so kann man die Schärfe des Bildes an dem Spiegelbilde des Spiegelloches beurteilen, welches man durch kleine Drehungen des Spiegels auf das Bild der Lichtquelle zentriert. Die in normalen Fällen bis zum mittleren Alter außerordentlich hohe Schärfe dieses Bildes nimmt im Tigerstedt, Handb. d. phys. Methodik. 111,3. 7](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21287478_0105.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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