Abhandlungen zur Erkenntnistheorie und Gegenstandstheorie / von Alexius Meinong.
- Alexius Meinong
- Date:
- 1913
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Credit: Abhandlungen zur Erkenntnistheorie und Gegenstandstheorie / von Alexius Meinong. Source: Wellcome Collection.
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![Grund der Feststellung, dafs es einem Gegenstände nicht wesentlich ist, irgendein Sein zu haben [„Aufsersein des reinen Gegenstandes“, vgl. 54 (Über Gegenstandsth.) § 3 u. 4], dafs daher ein Psychisches einen Gegen- stand „haben“ kann, auch ohne dals dieser Gegenstand ist, d. h. existiert oder auch nur besteht. 8 [Zu Seite 384.] Nach späteren Aufstellungen des Autors ist Psy- chisches imvorstellbar. Siehe 58 (Erfahrungsgrundlagen) S. 72ff. und 64 (Annahmen 2. Aufl.). Register: Präsentation, Präsentieren, Selbst- präsentation. 9 [Zu Seite 384.] An solchen Gesichtspunkten wäre etwa noch anzu- führen: die Tatsache der Einwärtswendung bzw. Auswärtswendung von Inhalten, welche ermöglicht, mit demselben Inhalt Psychisches bzw. Phy- sisches zu erfassen. Vgl. 58 (Erfahrungsgrundlagen) § 11. 10 [Zu Seite 384.] Die Auseinanderhaltung von Akt, Inhalt und Gegenstand, die hier am Vorstellungserlebnis zum ersten Male genau durch- geführt ist, wird in 64 (Annahmen 2. Aufl.) auch am Urteil und der An- nahme vor genommen. Vgl. § 59 u. 60 und Register: Urteilsakt, Urteils- inhalt, Urteilsgegenstand. 11 [Zu Seite 384.] Dafs Gefühl und Begehren nicht vorstellbar sind, siehe Zus. 8. 12 [Zu Seite 385.] Bei der Untersuchung der verschieden günstigen Erkenntnislage der inneren Wahrnehmung gegenüber ihren Gegenständen in 58 (Erfahrungsgrundlagen) S. 58ff. ist das Zurücktreten der Inhalte zugunsten der Gegenstände neuerdings behandelt. Die pseudoexistenten Objekte, die aber genau genommen nur fiktive Surrogate für die Inhalte sind, erweisen sich als die günstigste gegenständliche Wahmehmungs- gruppe. Die Inhalte stellen sich indessen auch bei Einwärtswendung als Pseudoobjekte dar, weil wir uns durch die im Alltagsleben viel geläufigere Auswärtswendung gewöhnt haben, „das qualitativ Eigenartige am Inhalt in den Gegenstand hineinzutragen“. 13 [Zu Seite 385.] Weiterführungen über Ausdruck und Bedeutung namentlich in 64 (Annahmen 2. Aufl.) Kap. 2 und § 62. 14 [Zu Seite 386.] Der Erfahrung ist natürlich nur das Erfassen der Gegenstände höherer Ordnung zugänglich, indes die Natur dieser Gegenstände selbst a priori erkannt wird. Vgl. 29 (Hume-Studien II) Zus. 20, S. 175 dieses Bandes. 15 [Zu Seite 387.] Das gilt, sofern „auftreten“ soviel wie „erfafst werden“ bedeutet. Aber wegen der Zeitlosigkeit der reinen Gegenstände (vgl. Zus. 7) mufs ein Gegenstand, der einmal als Inferius eines bestimmten Gegenstandes höherer Ordnung aufgefafst werden konnte, zeitlos Inferius dieses Gegenstandes sein (vgl. auch unten S. 202). Freilich ist a mit b, c . . . . Inferius eines M, mit b', c' . . . . aber Inferius eines M', und insofern ist das Inferiussein für den einzelnen Gegenstand nicht charakteristisch. Natürlich können aber auch verschiedene reale Superiora, an denen derselbe Gegenstand als Inferius Anteil hat, in der Zeit nacheinander auf- treten, d. h. existieren. 10 [Zu Seite 388.] Meinong hat (nach Vorlesungen) den Terminus als irreführend aufgegeben, aber auch den zugrunde liegenden Gedanken](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28066819_0489.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


