Abhandlungen zur Erkenntnistheorie und Gegenstandstheorie / von Alexius Meinong.
- Alexius Meinong
- Date:
- 1913
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Credit: Abhandlungen zur Erkenntnistheorie und Gegenstandstheorie / von Alexius Meinong. Source: Wellcome Collection.
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![insoferne, als er das Kollektiv nunmehr gleichfalls für einen eigenartigen Gegenstand höherer Ordnung hält, den Mengenkomplex. Das Wesent- liche der ganzen Erwägung bleibt indessen davon unberührt: sie besagt, dafs, wer die Vorstellung „vier Nüsse“ erlebt, etwas anderes erlebt als blofs die vier Vorstellungen je einer Nufs, und dafs das da noch hinzu- kommende Erlebnis einem anderen Gegenstände zugewendet ist als den einzelnen Nüssen. 17 [Zu Seite 388.] Anstatt „Komplexion“ ist hier „Komplex“ zu setzen, welcher Terminus nun zur Bezeichnung der Gegenstände dient, die aus mehreren Gegenständen bestehen, während „Komplexion“ das ent- sprechende Objektiv, also „das komplex sein“ bezeichnet. Entsprechend wird die Relation, als Soseins- genauer Wieseinsobjektiv, unterschieden vom Relate, dem Wie dieses Wieseins. Vgl. darüber E. Mally, „Zur Gegen- standstheorie des Messens“ § 9 u. 11 in den von Meinong herausgegebenen „Untersuchungen zur Gegenstandstheorie und Psychologie“ und 64 (An- nahmen, 2. Aufl.) S. 283. 18 [Zu Seite 389.] Man unterscheide hier und im weiteren im Sinne von Zus. 17 zwischen Komplex und Komplexion einerseits, Relat und Relation andererseits. 19 [Zu Seite 389.] Dafs zu dieser Leistung das Vorstellen allein nicht ausreicht, sondern Annahmen oder Urteile als Soseinsmeinen unerläfslich sind, wird in 64 (Annahmen 2. Aufl.) Kap. 8 eingehend dargelegt und begründet. 20 [Zu Seite 389.] Erfafst. Siehe Zus. 19. 21 [Zu Seite 389.] Diese Disjunktion würde der Verfasser heute ersetzen etwa durch „wirkliche und reine Gegenstände“. 22 [Zu Seite 390.] Das Koinzidenz-Prinzip hat E. Mally a. a. O. S. 153f. genauer präzisiert und Meinong in 64 (Annahmen 2. Aufl.) S. 252, Anmerkung, in dieser modifizierten Form anerkannt. 23 [Zu Seite 390.] Anstatt „verwirklicht“ ist „vertatsächlicht“ zu setzen; denn die Koinzidenz ist ein idealer Gegenstand. Über Tatsächlich- keit gegenüber Wirklichkeit siehe 54 (Über Gegenstandsth.) S. 24f„ 61 (Stellung der Gegenstandsth.) 4. Abschnitt und Register, 64 (Annahmen 2. Aufl.) S. 69ff. 24 [Zu Seite 390.] Diese vorsichtige Wendung ist nach den gegen- wärtigen Anschauungen des Verfassers dahin zu ändern, dafs eben sowohl Relationen als Komplexionen (wie alle Gegenstände) vom \ orgestellt- werden vollständig unabhängig sind. 25 [Zu Seite 390.] Der Mengenkomplex. Vgl. Zus. 16. 2,1 [Zu Seite 390.] Es besteht hier allerdings eine Schwierigkeit. Um a, b in Relation r zu erfassen, müfste man, wenn dieses Erfassen blofs durch Vorstellen geleistet werden sollte, auch a, r in Relation r vorstellen usw. ins Unendliche. Daraus schliefst Meinong, dafs zum Erfassen dor Rela- tion und ebenso der Komplexion mehr als Vorstellen orforderlich ist; was dieses nicht bieten kann, findet er durch die Annahme bzw. das Urteil geleistet. Siehe 64 (Annahmen, 2. Aufl.) Kap. 8, § 45. 27 [Zu Seite 391.] Im eigentlichen Sinne können Gegenstände nur zu Realkomplexen „zusammentreten“. Bei Idoalkomploxen kann davon](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28066819_0490.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


