Grundriss der Psychiatrie für Studierende und Ärzte / von Dr. Theodor Kirchhoff.
- Theodor Kirchhoff
- Date:
- 1899
Licence: Public Domain Mark
Credit: Grundriss der Psychiatrie für Studierende und Ärzte / von Dr. Theodor Kirchhoff. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Avähreutl ihres beschleunigten Ablautes. Ktwas Aelmlichcs begegnet auch schon dem Müden oder Einschlafenden, der gedankenlos Phrasen wieder- holt oder ableiert, ohne dass der Vorstellung-sablauf beschleunigt war; auch in bestimmten Stadien der Alkoholwirkung tindeu wir dies wieder. Die erleichterte Umsetzung der Gedanken in Worte ist gar nicht einuual immer ein Zeichen für beschleunigten Vorstellungsablauf; dies zeigt sich dann in der monotonen gleichmässigen Wiederholung derselben Iv'edens- arten, also es liegt eher ein Wort- als ein Gedankenreichthum vor. Aber es gibt sicher auch Fälle, in denen die Vorstellungen so rasch von einander gedrängt werden, dass sie nicht in die dazu gehörigen Verbin- dungen eingehen können; dann entsteht eine echte Ideenjagd oder Ideen- flucht. In ihrem Strome wird Alles in bunter Flucht hingerissen. In den höchsten Graden gelingt es oft nicht einmal mehr durch starke äussere Eindrücke, wie z. B. durch kräftiges Anreden, den überstürzten Ideen- gang vorübergehend aufzuhalten. Auch ein verlangsamter Vorstellungsablaiif kann zu Verworren- heit führen. Der Aengstliche, Befangene wird verwirrt, indem seine Ge- danken langsam auftreten. Verwirrtheit kennzeichnet geistige Erschöpfungs- zustände mit trägem Ablaiif der Gedanken. Der Gedankenfaden reisst ab, Lücken zeigen sich. Einzelne ]\[ale kann die Verworrenheit nur schein- bar sein, indem Aphasie mit bestimmter anatomischer Erkrankung zu Grunde liegt; die richtige Art des Handelns lässt dann in der Regel bald den Unterschied zAvischen der verkehrten Kede und der Aerwirrten erkennen; die Gedankenverbindung war richtigj aber der Ausdruck ver- kehrt. Wenn die Gedanken langsam ablaufen, so ist eine weitere Folge die Einförmigkeit im Vorstellen. Der heftige psychische Schmerz füllt das Bewusstsein des Melancholischen völlig aus und lässt nichts Anderes neben sich aulkommen; der Zug der Gedanken scheint mitunter stille zu stehen, nur einzelne Worte und Eedensarten werden stundenlang- wiederholt. Der ungeiiügende Wechsel der Vorstellungen ist nicht immer in der Langsamkeit der Aufeinanderfolge verschiedener Vorstel- lungen begründet, sondern ist zuweilen abhängig von der längeren Dauer der einzelnen; dabei ist die Verknüpfung einzelner Vorstellungskreise oft für Wiederholungen sehr erleichtert. Diese Störung finden wir in leisen Anklängen bei gesunden Menschen; wir können gewisser Vorstellungen uns gar nicht mehr entschlagen, sie nicht los werden. Bekannt ist dieser letztere Ausdruck besonders für das Festhaften rhythmisch geglie- derter Vorstellungsgruppen, für Verse und IMelodieen. Indessen verlieren sich diese Erscheinungen doch in der Regel rasch, höchstens bleiben sie einige Tage, während ihr längeres Bleiben dem Befallenen selbst fremd-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21216654_0064.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)