Die Cholera in Orel im Jahre 1847. Ein Beitrag zur Kenntniss dieser Krankheit / [Hugo Leonard von Gutzeit].
- Gutzeit, Hugo Leonard von, 1811-1882.
- Date:
- 1848
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Cholera in Orel im Jahre 1847. Ein Beitrag zur Kenntniss dieser Krankheit / [Hugo Leonard von Gutzeit]. Source: Wellcome Collection.
80/152 (page 70)
![i) Meidung des Besuchens von Cholerakranken und Begräbnissen. k) Aufsuchen angenehmer, nicht ermüdender Zerstreuung durch Lektüre und Gesellschaft. ]) Jedenfallsiges Verlassen eines Hauses, in dem bereits viele hin- ter einander krank wurden und, wo möglich, auch eines stark infizirten Stadttheils, um an andern, weniger leidenden Orten der Stadt Zuflucht zu finden. In dem Hause von Tugarinoff in Moskau, welches 1830 von fast 50 Personen bewohnt war, wurden 5 Individuen hinter einander an der Cholera krank. Man führte den Rest der Einwohner dieses Hau- ses in ein anderes über, und Niemand von ihnen erkrankte mehr. In einem Hause in Orel, wo hinter einander bereits 6 Personen an der Krankheit gestorben waren, wohnte ein guter Bekannter von mir. Er sowohl als seine Dienerschaft litten beständig an sehr starkem Kollern und Neigung zu Durchfällen. Da rieth ich ihm, nachdem der sechste Krankheits- und Todesfall stattgefunden hatte, das böse Haus zu verlas- sen und in ein anderes überzuziehen. Von der Zeit an befanden er und seine Leute sich gut. In dem verlassenen Hause erkrankte und starb aber noch ganz am Ende der Epidemie eine siebente Person. In Char- kow, auf einer kleinen Insel, Albowsky, auf der, von Morästen umgeben, eine grosse Zahl Leute in elenden Hütten wohnt, starben 1830 sehr viele bereits an der Cholera, während andere Orte der Stadt nur noch sehr schwach litten. Man entfernte den Rest der Bewohner jenes bösen Orts, 81 an der Zahl, aus der Stadt an einen gesunden Ort und Nie- mand mehr starb von ihnen. — Wenn in einem Stadttheil die Krankheit bereits fast oder ganz geschwunden ist, aber andere Stadttheile noch leiden — wie dies in Orel z. B. der Fall war — so wird es sehr nütz- lıch für Leute, die solches ausführen können, sein, wenn sie in den be- reits durchseuchten Stadttheil hinüberziehen. Erkrankungen in einem solchen scheinen sehr selten vorzukommen. Aerztlich prophylaktische Maassregeln für schon anden Vorboten der Krankheit Leidende. Prophylaxis prodromorum. Sie hat sich mit der Hebung oder Linderung der, im ersten Kapitel von a bis g beschriebenen, durchs Choleramiasma erzeugten, Uebel zu befassen und muss überhaupt auf alle Störungen der Gesundheit wäh- rend der herrschenden Epidemie ein wachsames Auge haben. a) Das CGholerakollern. Dies ist für sich von keiner Bedeu- tung und man hat nur dann Ursache zu glauben, dass es Durchfall vor-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b33290106_0080.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)