Über das Verhalten hämolytischer Serumstoffe beim gesunden und kranken Kind / von Ernst Moro.
- Ernst Moro
- Date:
- 1908
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Credit: Über das Verhalten hämolytischer Serumstoffe beim gesunden und kranken Kind / von Ernst Moro. Source: Wellcome Collection.
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![jektion von Bouillon, j)liysiologischer Kochsalzlösung, IMn u. s. w. erzielt werden konnte. Turrö und Pi y Suner führen den immunisierenden Effekt der Koch- salzinjektion beim Kaninchen auf die Wirkung, der durch Plasmolyse in Frei- heit gesetzten Schutzstoffe zurück, während Metschnikoff diese Erscheinung im Sinne seiner 'J’heorie zu deuten geneigt i.st^). Die häiiiolytische Reaktion auf Kochsalzinjektion lässt sich mit den Vorstellungen, die wir uns über die Ursachen der humoralen Komplementanreiclierung gemacht haben, gut vereinbaren. Ob dabei die Abgabe von Komplementen an die Säfte aktiv, durch vermehrte Zellsekretion, als Antwort auf den starken Reiz, oder passiv, durch Zellzerfall erfolgt, lässt sich freilich nicht ohne weiteres entscheiden. Vielleicht rückt auf Grund solcher Erwägungen die klinische Be- obachtung (Finkeist ein, Schaps-), dass nach einer Kochsalz- injektion zuweilen Fieber auftritt, unserem Verständnis etwas näher. ln den hier mitgeteilten Fällen^) 183, 187, 2Ü4 ist die Reaktion deutlich positiv verlaufen. Die hämolytische Kraft des Serums stieg an dem der Injektion folgenden Tage beträchtlich an. ln den Fällen 178, 191, 192, 202, 203 blieb die Reaktion voll- ständig aus. Bei der näheren Betrachtung dieser Fälle ergibt sich die bemerkenswerte Tatsache, dass sämtliche Säuglinge mit negativer Reaktion einige Tage oder wenige Wochen später gestorben waren (2, 5, 9. 18, 19 Tage). Sollte sich diese einfache Probe als ein Mittel zur Feststellung des Grades der komplementbeschaffenden Zellfunktionen bewähren, so wäre die Reaktion nicht nur theoretisch interessant, sondern auch praktisch in vieler Richtung verwertbar. Es ist selbstverständlich, 0 Der von der Injektion erzeugten Phagolyse folgt ein 2. Stadium „in welchem die Leukocyten sehr zahlreich auftreten und eine höhere Widerstands- kraft besitzen als vorher“. (Vermehrter ])hagocytärer Effekt.) Scliaps; Salz- und Zuckerinjektion beim Säugling. Verhandl. der Gesellschaft f. Kinderheilkunde in Stuttgart, 1906, und Berliner klin. Wochen- schrift 1907. 3) Ausserdem verfüge ich über eine Peihe einschlägiger Untersuchungen, die an älteren Kindern angestellt wurden.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22430702_0109.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


