Die Vitamine, ihre Bedeutung für die Physiologie und Pathologie : mit besonderer Berücksichtigung der Avitaminosen: (Beriberi, Skorbut, Pellagra, Rachitis) ; Anhang: Die Wachstumsubstanz und das Krebsproblem / von Casimir Funk.
- Casimir Funk
- Date:
- 1914
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Vitamine, ihre Bedeutung für die Physiologie und Pathologie : mit besonderer Berücksichtigung der Avitaminosen: (Beriberi, Skorbut, Pellagra, Rachitis) ; Anhang: Die Wachstumsubstanz und das Krebsproblem / von Casimir Funk. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University.
104/224 page 90
![die Milch nicht reich an antiskorbutischem Vitamin ist. So ist z. B. eine alte, im Jahre 1898 gemachte Erfahrung, dass 500 bis 750 ccm roher Milch täglich nicht immer genügen, um Skorbut (beim Mangel frischer Vegetabilien) bei Erwachsenen zu verhindern. (Parkes [158].) Die Frage liesse sich entscheiden, wenn wir eine Methode besässen, die eine quantitative Bestimmung der hier in Betracht kommenden Substanzen gestattete. Ich habe versucht, die Frage experimentell zu lösen (159). Die zu untersuchende Milch wurde in einem Vakuumapparat, der aus zwei Hälften bestand, bei 30° zum Schlüsse unter Zusatz von Alkohol zur Trockne eingedampft. Der Rückstand wurde in einem Mörser fein zerrieben und in einem Vakuumexsikkator bis zu konstantem Gewicht getrocknet. Das Pulver wurde nun darauf mit 400 ccm absolutem Alkohol 2 Stunden auf der Schüttelmascbine extrahiert. Nach der Filtration von dem Milchrückstand wurde ein aliquoter Teil des Filtrates in Vakuum eingeengt, der Rückstand mit Wasser extrahiert und in einen Messkolben quantitativ übergeführt. Das nitrierte Extrakt erwies sich in jedem einzelnen Falle vollständig frei von Protein. Ein abgemessenes Quantum des Filtrates wurde mit Schwefelsäure angesäuert und mit einer 10°/°igen Phosphorwolframsäurelösung gefällt. Nach 48 Stunden wurde der entstandene Niederschlag abfiltriert und mit verdünnter Schwefelsäure ausgewaschen. Der Niederschlag, der meinen früheren An- gaben gemäss als die Vitaminfraktion betrachtet werden kann, wurde nach Kjeldahl verbrannt. Ebenso das eingedampfte Filtrat, das hauptsächlich aus Allantoin besteht. Der darin bestimmbare Stickstoff wurde mit 720 normalen Lösungen bestimmt. Es wurden dabei folgende Resultate erhalten: Milch Gewicht des Trockenrückstandes PWS Niederschlag mg PWS Filtrat 1. Zentrifugierte . . 100 2,54 50,9 Kontrolle . . 99,5 2,46 49,6 2. Zentrifugierte . . 133 1,7 30,7 Zentrifugiert 98 1,53 16,8 3. Nicht zsntrifugiert 127 2,5 22,7 Zentrifugiert 90 1,4 12,1 4. Nicht zentrifugiert 129 1.96 29,6 Zentrifugiert 92 1.6 15,3 5. Nicht zentrifugiert 132 2,4 49,2 Zentrifugiert 96 1,6 27,3 6. Zentrifugierte . . 89 1,06 22,4 7. Zentrifugierte . . 105 1,83 44,9 Wir ersehen aus dieser Tabelle, dass die Werte sehr klein sind und sehr schwanken. Diese Untersuchung zeigte, dass bei der N-Bestimmung nach Kjeldahl keine Vergleichsresultate erzielt werden können. Der Grund](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21023852_0104.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


