Die Vitamine, ihre Bedeutung für die Physiologie und Pathologie : mit besonderer Berücksichtigung der Avitaminosen: (Beriberi, Skorbut, Pellagra, Rachitis) ; Anhang: Die Wachstumsubstanz und das Krebsproblem / von Casimir Funk.
- Casimir Funk
- Date:
- 1914
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Credit: Die Vitamine, ihre Bedeutung für die Physiologie und Pathologie : mit besonderer Berücksichtigung der Avitaminosen: (Beriberi, Skorbut, Pellagra, Rachitis) ; Anhang: Die Wachstumsubstanz und das Krebsproblem / von Casimir Funk. Source: Wellcome Collection.
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![I>i<- Vitamine, ihre Bedeoinag fBi Patl :/, Trotzdem müssen wir Skorbut and Beriberi als völ dene Krankheiten auffassen, die beide jedoch durch Fehl« stanzen in der Nahrung verursacht sind Dasa hiei stanzen in Betrachl kommen, dafür sprechen viele ! vitaminist ohne jeden Zweifel bei weitem stabiler ale Substanz. Verschiedene Nahrungsstoffe, deren Zusatz vor Beriberi und I neuritis schützt, wie /. B. Hefe, Hafer und <ier-t.-. sind nichl i Skorbut zu verhüten. Manche Umstände sprechen dafür, da-- beim V eine Nahrung, die nur den antiskorbütischen Stoff enthalt, Krankheiten schützt, Beriberivitamin aber nur gegen Beriberi. Man hat Eindruck, dass der weniger stabile antiskorbutische Stofi das Beriberivitamin liefert. Dafür spricht das viel raschere Auftrel Skorbutfälle, wenn die Provision nicht oft genug erneueri wird. Zu d Frage liefert die Arbeit von Fürst (168) einen sehr interessanten Beitrag'. Dieser Forscher fand, dass gewisse Körner, wie Hafer (der bekanntlieh Beriberivitamin enthält) beim Keimen eine Substanz bildet, die vorher fehlte, und die gegen Skorbut schützt. Werden die Körner eingetrocknet, >■• ver- lieren sie gänzlich diese neue Eigenschaft, um bei Anfeuchten sie wieder zu gewinnen. Ebenso Erbsen, die so sicher gegen Beriberi wirken, schützen Meerschweinchen vor Skorbut nur dann, wenn sie keimen Axel II [1. c. 100]). Man hätte den Eindruck, dass in den Körnern das viel -tabuere Beriberivitamin in latentem Zustande aufgespeichert ist. da-- es aber bei dem vitalen Keimungsprozess durch Fermentwirkung in die antiskorbutische Substanz umgewandelt wird. Man wäre geneigt anzunehmen, dass diese letztere Substanz an den vitalen Prozessen ^Wachstum' sogar aktiv teilnimmt. Dies ist natürlich nur eine Vermutung, die bisher durch Tatsachen noch nicht gestützt ist. Diese Vermutungen könnten durch folgendes Schema veranschaulicht werden: Beriberivitamin > Pfianzenfermente > antiskorbutische Substanz <———__ Tierischer Organismus «_ Wir keimen augenblicklich keine Fakten, die mit dem obigen Schema nicht in Einklang gebracht werden können. Leider besitzen wir für Auffassung noch keine definitiven Beweise und vorläufig wollen wir damit nur ausdrücken, dass beide Vitamine und beide Krankheiten in engem Zu- sammenhang miteinander stehen. Wir können sagen, dass die Beriberisubstanz sich in ruhendem Stadium, in stark fett- und wenig wasserhaltigen Produkten vorfindet, wo die enzyma- tischen Prozesse auf ein äusserstes Minimum beschränkt sind. Die anti- skorbutische Substanz befindet sich dagegen in stark wasserhaltigen, wenig fettreichen Natursubstanzen und ist gegen Eintrocknen sehr empfindlich. Deswegen sind wir imstande, bei jedem gegebenen Produkt voraus zu sagen. ob ein bestimmses Produkt gegen Beriberi oder gegen Skorbut schützen wird.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21023852_0107.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


