Die Vitamine, ihre Bedeutung für die Physiologie und Pathologie : mit besonderer Berücksichtigung der Avitaminosen: (Beriberi, Skorbut, Pellagra, Rachitis) ; Anhang: Die Wachstumsubstanz und das Krebsproblem / von Casimir Funk.
- Casimir Funk
- Date:
- 1914
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Credit: Die Vitamine, ihre Bedeutung für die Physiologie und Pathologie : mit besonderer Berücksichtigung der Avitaminosen: (Beriberi, Skorbut, Pellagra, Rachitis) ; Anhang: Die Wachstumsubstanz und das Krebsproblem / von Casimir Funk. Source: Wellcome Collection.
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![und zu kratzen; nach einigen Stunden tritt der Tod ein Bei den Ti< wurden auch gewisse Veränderungen festgestellt Die Obren waren die Gallenblase stark mit einem fluoreszierenden Inhalt gefüllt, Eäm^toporphyrin-Spektrum gab, und ebenso das Duodenum Dieselben !.'• sultate wurden mit unreinem Mesoporphyrin und dem durch Reduktion und darauffolgende Oxydation an der Luft aus Hämin dargestellten Porphyrin er- halten. Zum Unterschiede von unreinem Mesoporphyrin gab «1. dukt keine Sensibilisation. Man ersieht daraus, dass diese Licbtwirkung an die Gegenwart spezifisch wirkender Substanzen gebunden ist. Alle Dunkel- kontrollen lilieben ohne Krankheitserscheinungen am Leben. I»;i- porphyrin scheint ausserdem auch toxisch zu wirken. Diese Erscheint!] scheinen grosse Ähnlichkeit mit einer Krankheit zu besitzen, die Fagopyrismus genannt wird und beim weissen Rind ausbricht, das mit Buchweizen ernährt wird. Nach Fe ssler (210 A) ist die toxische Wirkung der Buchweizen- samen auf das Buchweizenchlorophyll zurückzuführen. Raubitscheks Experimente ergaben folgende Resultate: Weisse Mäuse, mit Mais gefüttert und dem Tageslicht ausgesetzt, begannen nach 4 Wochen stark an Ge- wicht zu verlieren, nach 6 bis 8 Wochen gingen sie ein, oft unter Krämpfen und mit starker Rötung der Ohren und der Schnauze. Weisse Mäuse, die an derselben Nahrung im Dunkeln gehalten wurden, ebenso \ Mäuse, die bei gemischter Diät im Licht, und dunkelgefärbte Tiere Mais- nahrung) im Lichte zeigten keine Krankheitssymptome. Raubitschek fand ferner, dass die sensibilisierende Substanz sich in der alkohol- löslichen Fraktion des Maises befindet, Mais, der vorher einer Alkoholex- traktion unterworfen wurde, war ohne Wirkung auf weisse Mäuse im Lichte, während der Extrakt die toxische Substanz enthielt. Dieselben Resultate wurden mit verdorbenem Mais (Polenta) und Reis erhalten. Aus der letzten Tatsache glaubt Raubitschek auch für Beriberi den photodynamischen Ursprung annehmen zu müssen. Ich konnte aber niemals an weissen, mit Reis gefütterten Tieren (Tauben, Ratten) irgendwelche Licht Wirkung be- obachten. Horbaczewski (211) kam wesentlich zu denselben Ergebnissen, wie auch Lode (212). Es scheint mir interessant, einige Punkte aus Horbacze wskis Arbeit besonders hervorzuheben. Bei der Fütterung von weissen Mäusen mit Maisgries, der mit Milch zusammengekocht wurde, traten folgende Symptome auf: Nach etwa 6 Wochen beginnen die Tiere sich heftig zu kratzen, besonders an den Ohren, die blutig infiltriert sind und oft allmählich abfallen; dieselben Erscheinungen treten auch am Schwanz auf. Dabei fallen die Haare stark aus, und schliesslich gehen alle Tiere an Gastroenteritis mit Blutungen zugrunde. Horbaczewski bemerkte nebenbei, dass die Loko- motion der Tiere sich abnorm gestaltete. Graue Mäuse dagegen zeigen bis auf einen merkwürdigen Wechsel der Haarfarbe keine Erscheinungen. Hör-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21023852_0123.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


