Die Vitamine, ihre Bedeutung für die Physiologie und Pathologie : mit besonderer Berücksichtigung der Avitaminosen: (Beriberi, Skorbut, Pellagra, Rachitis) ; Anhang: Die Wachstumsubstanz und das Krebsproblem / von Casimir Funk.
- Casimir Funk
- Date:
- 1914
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Credit: Die Vitamine, ihre Bedeutung für die Physiologie und Pathologie : mit besonderer Berücksichtigung der Avitaminosen: (Beriberi, Skorbut, Pellagra, Rachitis) ; Anhang: Die Wachstumsubstanz und das Krebsproblem / von Casimir Funk. Source: Wellcome Collection.
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![hauptet, dass beim Transport von Kranken von einem Pavillon in einen anderen die Krankheit plötzlich zum Stillstand gebracht wurde. In diesen Fällen zeigte eine eingehende Untersuchung, dass der Transport entweder eine Änderung in der Diät, oder eine Änderung in den Kochapparaten zur Folge hatte. Diese Tatsachen müssen um so mehr betont werden, da es immer noch Anhänger der Infektionstheorie gibt. Wollen wir unsere Kenntnisse über die chemische Natur des aktiven Prinzips bis 1911 kurz resümieren, so waren folgende Tatsachen mit Sicher- heit bewiesen: 1. Die Substanz ist löslich in Wasser, Alkohol und säurehaltigem Alkohol. 2. Die Substanz ist dialysierbar. 3. Durch Erhitzen auf 130° C wird sie zerstört. Obwohl nicht viel über die chemische Natur der heilenden Substanz bekannt war, war es wohl an der Zeit diese Substanz mit rein chemischen Methoden zu untersuchen. Die Frage wurde deshalb von physiologischen Chemikern in Angriff genommen, und hat Resultate gegeben, die im nächsten Abschnitt zusammengefasst werden. Die Untersuchung der chemischen Natur der heilenden Substanz mit physiologisch-chemischen Methoden. Die Untersuchungen hatten, wie wir gesehen haben, ergeben, dass die Substanz sehr unstabil ist. Es war daher zu befürchten, dass dieselbe den chemischen Eingriffen überhaupt nicht widerstehen würde. Als ich die Beriberi- frage in der Mitte des Jahres 1911 aufnahm, ergaben sich vor allem drei Fragestellungen, nämlich: ist die Substanz stabil genug, um den chemischen Manipulationen zu widerstehen, zu welcher Klasse der chemischen Körper muss sie gerechnet werden, besitzt sie einfachen Bau, d. h. ist sie ge- bunden oder frei in der Natur vorhanden, und ist sie in dieser letzten Form wirksam ? Um diese Fragen zu entscheiden unternahm der Verfasser (1. c. 41) eine Reihe von Untersuchungen, indem trockene Presshefe 24 Stunden mit 20% H2S04 hydrolysiert wurde. Das neutralisierte Hydrolysat hat sich als aktiv erwiesen. Diese merkwürdige Stabilität gegenüber Säuren machte es sehr wahrscheinlich, dass die in Betracht kommende Substanz stickstoffhaltig ist, und durch die dieser Klasse üblichen Eigenschaften gekennzeichnet ist, Auf diese Ideen gestützt konnte dann eine systematische Untersuchung der Reiskleie in Angriff genommen werden. (Casimir Funk [44].) Chemische Untersuchung der Reiskleie. Da keine chemische Reaktion für die wirksame Substanz zu jener Zeit bekannt war, wurde jede erhaltene Fraktion an Tauben, die an exp. Beriberi](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21023852_0044.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


