Die Vitamine, ihre Bedeutung für die Physiologie und Pathologie : mit besonderer Berücksichtigung der Avitaminosen: (Beriberi, Skorbut, Pellagra, Rachitis) ; Anhang: Die Wachstumsubstanz und das Krebsproblem / von Casimir Funk.
- Casimir Funk
- Date:
- 1914
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Vitamine, ihre Bedeutung für die Physiologie und Pathologie : mit besonderer Berücksichtigung der Avitaminosen: (Beriberi, Skorbut, Pellagra, Rachitis) ; Anhang: Die Wachstumsubstanz und das Krebsproblem / von Casimir Funk. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University.
94/224 page 80
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![Die Fraktionierimg (103) wurde ganz nach der früheren, bei Beriberi beschriebenen Methode ausgeführt und zwar wurde eine ziemlich grosse Menge Ausgangsmaterial (400 1) in Angriff genommen. Trotzdem gelang es nur Spuren dieser Substanzen aufzufinden, so dass diese Untersuchung noch nicht ganz abgeschlossen ist. Immerhin ist es von grossem Interesse, dass auch im Zitronensaft stickstoffhaltige Substanzen aufgefunden wurden, die einige Ähnlichkeit mit denen aus Hefe und Reiskleie dargestellten, besitzen. In der Purinbasenfraktion wurde vor allem eine Substanz isoliert, die, obwohl sie augenscheinlich zu den Purinen gehört, keine der für diese Substanzen charakteristischen Reaktionen lieferte. Die Substanz schmolz bei 282°, die Analyse ergab die Formel C6H702N5. In der Pyrirnidinbasenfraktion wurde eine andere Substanz dargestellt, die bei 188—189° schmolz und der Formel C9H]806N2 entsprach. Sie besass alle Eigenschaften der letztgenannten Substanzen. Ausserdem konnten noch geringe Mengen von Stoffen erhalten werden, die in Form von Pikraten abgeschieden wurden und wegen der geringen Ausbeute nicht weiter unter- sucht werden konnten. Schliesslich ist aus der Cholinfraktion eine Base in Form eines Chloroplatinats dargestellt worden. Dieses Doppelsalz schmolz getrocknet bei 220° und entsprach der Formel (C8H1502N-HCl),PtCl4. Es ist nicht ausgeschlossen, dass hier ein Pyridinderivat vorliegt. Bei Erhitzen des Salzes entwickelte sich ein eigentümlicher Geruch, so dass es sich hier kaum um ein Trimethylaminderivat handeln könnte. Die Untersuchung wird übrigens weitergeführt. 3. Schiff beriberi. Diese Krankheit, die sehr stark an Skorbut erinnert, wurde sehr ein- gehend von Nocht (104) untersucht. Den Untersuchungen des letzten Autors zufolge bricht die Krankheit aus auf Segelschiffen, die sich auf langen Reisen befinden, wenn der Vorrat an frischen Nahrungsstoffen dem Ende naht. Charakteristische Symptome sind Anästhesie in den Extremitäten, Kurzatmigkeit und schliesslich Tod durch Herzschwäche. Zum Unterschied von tropischer Beriberi erholen sich die Patienten sehr rasch, wenn sie frischen Proviant erhalten. Neuritis-Symptome kamen nur äusserst selten zur Beobachtung. Holst und Fröhlich (105) halten diese Krankheit für sehr nahe mit Skorbut verwandt, es scheint demnach, dass alles, was über Skorbut gesagt wurde, auch für die Ätiologie von Schiffberiberi gilt, 4. Barlowsche Krankheit (Infantiler Skorbut). Diese Krankheit kommt wohl ausschliesslich bei künstlich ernährten Kindern vor. Die einzige Ursache der Krankheit ist eine lang- dauernde Ernähruno' der Kinder mit hoch sterilisierter Milch](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21023852_0094.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)