Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1901
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![Drogen mit flüchtigen Stoffen (ätherischen Ölen) ist es zweckmäßiger, tun das rasche Ausriechen zu verhindern, in Pappschachtel zu ver- ordnen und daher zu schreiben: M. f. spec. D. ad scatulam. IV Kadicis Valerianae Herbae Melissae ana 20,0 M. f. spec. D. ad scatulam DS. 2 Theelöft'el mit 1 Tasse Wasser kalt zu itbergiefsen und 2 Stunden ziehen lassen. [Macerations-Species.] IV Fructuum Juuiperi 20,0 — Foeniculi 10,0 Rad. Liquiritiae 15,0 M. f. spec. DS. 1 Theelöffel mit 1 Tasse heifsen Wassers zu übergiefsen. [Infusions-Species.] Specierum Cort. Frangulae 30,0 DS. 3 Theelöffel mit 3 Tassen heifsen Was- sers auf 2 einzukochen und morgens und abends eine Tasse zu trinken. [Dekokt-Species.] 2. Pulver. Die Pulver (von pulvis, der Staub) sind eine sehr zweckmäfsige und. sofern es nicht abgeteilte Pulver sind, auch billige Arzneiform. Nach dem Grade der Zerteilung unterscheidet man grobe und feine Pulver (pulvis grossus und pulvis subtilis). Unter Pulver ohne nähere Bezeichnung werden immer letztere verstanden. In Pulverform können nicht blofs die meisten festen Substanzen, sondern auch viele weiche und selbst flüssige Körper gebracht wer- den, wenn man sie mit einer entsprechenden Menge eines indifferen- ten Pulvers verreibt. Weiche (narkotische) Extrakte z. B. werden in trockene umgewandelt durch Vermischung mit gleichen Teilen Süfsholz- pulver (Ph. G.) oder Milchzucker (Ph. A.). Ätherische Öle können als Pul- ver (Elaeosacchara) verabreicht werden, wenn man einen Tropfen der- selben mit 2 gRohrzucker, also der nahezu sechsigfachen Menge verreibt. Die Pulver dienen sowohl zum äufserlichen wie innerlichen Gebrauch. Die ciusserlich gebrauchten werden je nach ihrer besonderen Verwendung als Streupulver, Zahnpulver, Schnupfpulver u. s. w. unterschieden. Zur häufig erforderlichen Verdtinung durch einen indifferenten Stoff wird meist Lycopodium, Bärlappsamen (die fettreichen Sporen von Lycopodium clavatum). Talk oder Amylum genommen. Als Geruchscorrigens dient, wenn nötig, das Pulver einer aromatischen Pflanzendroge, z. B. von Rhizoma Iridis, Veilchenwurzel. Die innerlich gebrauchten sollen, um bequem genommen wer- den zu können, eine Gröfse von ungefähr 0,2—1,5 besitzen. Stark- wirkende Körper müssen daher auf diese Gröfse durch \ ermischung](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28108814_0038.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


