Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1901
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![tAqua aromatica spirituosa, Schlagwasser, geistiges Destillat zahl- reicher aromatischer Drogen. Volksmittel, innerlich als Belebungsmittel, äufser- lich zu Einreibungen. tAqua Melissas, Melissenwasser. Wässeriges Destillat aus Melissen- blättern. tAqua Salviae. Salbeiwasser. Wässeriges Destillat aus Salbeibiättem. rHerba Spilanthis, Parakressenkraut von Spilanthes oleracea (Com- positaei und tRadix Pyrethri, Bertramwurzel von Anacyclns Pyrethrum (Compositae). Beide Drogen sind gekaut sehr scharf, brennend und reichlich speichelziehend, sie dienen u. a. zur Bereitung der fTinctura Spilanthis composita, zusammengesetzte Parakressentinktur, welche als vorzügliches Mittel gegen Zahnschmerz lauf Watte in den hohlen Zahn gebracht oder ins Zahnfleisch eingerieben) gilt. Als wirksames Prinzip wird ein dem Piperin nahestehendes Alkaloid angesehen. Rezept 4 Corticis Cinnamonii Fruct. Cardamomi Rhiz. Zingiberis ana 10,0 M. f. pulv. DS. Messerspitzenweise. [Stomachicum.J Beispiele: IV Fol. Menthae pip. — Melissae Flor. Chamomillae ana 10,0 M. f. spec. DS. 1 Theel. auf 1 Tasse heifs. Wasser. [Carminativum.] Viertes Kapitel. Amara. Bittermittel. Die Alkaloide sind bekanntlich alle mehr oder weniger durch bitte- ren Geschmack gekennzeichnet. In noch viel höherem Grade aber besitzen denselben gewisse indifferente, stickstofffreie Sub- stanzen noch unbekannter Konstitution, welche in ver- schiedenen Pflanzen sich finden und unter der Bezeichnung Bitter- stoffe zusammengefasst werden. Sie stehen seit langer Zeit im Rufe, den Appetit anzuregen, die Verdauung zu befördern und die Er- nährung zu heben, und finden darum vielfach Anwendung bei Dys- pepsie, Blutarmut und herabgekommener Ernährung, wo sie einen wesentlichen Teil des Heilplanes, der sog. ionisierenden Behandlung bilden. Die pharmakologische Begründung begegnete grossen Schwierig- keiten. Die früheren Untersucher kamen entweder zu ganz nega- tiven Ergebnissen oder erzielten nur Wirkungen bei einzelnen dieser Stoffe und nur bei sehr hohen Gaben.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28108814_0067.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


