Aulus Cornelius Celsus über die arzneiwissenschaft in acht büchern / übersetzt und erklärt von Eduard Scheller.
- Celsus, Aulus Cornelius. De medicina. German
- Date:
- 1906
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Credit: Aulus Cornelius Celsus über die arzneiwissenschaft in acht büchern / übersetzt und erklärt von Eduard Scheller. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![aber viel zu teuer sind, um hautige Anwendung zu finden. Wenn wir Celsus soeben ais Lobredner des Wassers auck in Form des Wasser- trinkens kennen gelernt haben, so soli damit keineswegs gesagt sein, dafi er antialkoholistischer Dbertreibung sicb schuldig gemacht habe; er er- wahnt im Gegenteil nicht weniger ais 65 Weinsorten, die aus fiinf verschiedenen Landern bezogen wurden.' Die Anfange der Schwind- sucht behandelt er, modernen Anschauungen entsprechend, mit Bettruhe, Milchdiiit, tJberernahrung, Hautpflege, Hydrotherapie, Seereisen, Aufent- halt in Agypten. Interkurrente Katarrhe lafit er aufs sorgfaltigste bei handeln. Ein geachteter Tuberkulosespezialist*) hat sich kurzlich veranlafit gesehen, im Zentralverein deutscher Arzte in Bohmen iiber die Geschichte der Tuberkulosebehandlung zu sprechen. Das Altertum wird dabei mit folgendem Satze abgetan: „Hippokrates verordnete Gebirgsluft bei Schwindsucht, Aretaeus behandelte sie am Meere, Galen fiigte die Milchkur dem Plohenklima zu und Plinius riikmte die Wirkung der Nadelwiilder. Die vortrefflichen Angaben von Celsus werden zu meinem Bedauern nicht erwahnt. Bei unstillbarem Erbrechen wendet unser Autor, wie wir noch heute, Nahrklistiere an. Wenn wir heutzutage bei Epileptikern manchmal recht gute Erfolge vom Ubergang zur mehr vegetarischen Diat sehen, so miissen wir dessen eingedenk sein, dafi bereits Celsus diese Mafinahme anriet. III. Fur die Anschauungen unseres Autors auf dem Gebiete der Pharmakologie ist sein Ausspruch von Wichtigkeit, dafi die Heilung nicht immer den angewandten Mitteln zugeschrieben werden darf, sondern oft durch die Selbsthilfe des Organismus zustande kommt. Er steht in dieser Beziehung rvie wir auf dem Standpunkte der Hippokratiker. Wie die Hippokratiker hing er jedoch nicht blind der Naturheilmethode an, sondern er verwandte, wo es notig war, auchArzneimittel. Scribonius Largus bezeichnet die Arzneimittel geradezu ais „gott]iche Hande“. Auch Celsus glaubt fest an ihre Kraft. Er fafit sie in seinem Berichte in pharmakotherapeutische Gruppen zusammen. So bespricht er z. B. Atzmittel, Blutstillungsmittel, Maturierungsmittel, Abfiihr- mittel,Harntreibende, Schweifitreibende, Brechmittel, Schlaf- mittel, Antidote (gegen Kauthariden, Bilsenkraut, Schierling, Skorpionsstich, Spinnenbifi, giftige Schwamme, Gift der ver- dorbenenSpeisen usw.). Von sonst noch erwahnten Vergiftungen nenne l) F. Wolff (Reiboldsgriin), Prager med. Wochenschr., Jahrg. XXX, 1905, Nr. 8, S. 97. II*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24878467_0017.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)