Volume 1
Vergleichende Volksmedizin : eine Darstellung volksmedizinischer Sitten und Gebräuche, Anschauungen und Heilfaktoren, des Aberglaubens und der Zaubermedizin / unter Mitwirkung von Fachgelehrten herausgegeben von O. v. Hovorka und A. Kronfeld ; mit einer Einleitung von Professor Dr. M. Neuburger.
- Date:
- 1908-1909
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Credit: Vergleichende Volksmedizin : eine Darstellung volksmedizinischer Sitten und Gebräuche, Anschauungen und Heilfaktoren, des Aberglaubens und der Zaubermedizin / unter Mitwirkung von Fachgelehrten herausgegeben von O. v. Hovorka und A. Kronfeld ; mit einer Einleitung von Professor Dr. M. Neuburger. Source: Wellcome Collection.
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![geniefet. Sen Spargel fann ber ©efunbe unbefchabet unb — folange nicht Über* treibungen oorfommen — and; mit Stufen genießen (© r o fe, Stög. 9)teb. 3entra^'3t9* [1906] Sir. 26). 3n Statten unb itorfu rairb ber roilbe, bittere (Spargel all Blut= reinigunggmittel in Salatform im grüt)ja^r genoffen (269 a). Speichel (Sputum) ift ein alteg SSoIfätjeitmittel. 2Brigl;t (774a) raeift au§ f(affinen Schriftfteöern bie (Sitte nach, bei efell;aften ober roibrigen ©inbrüden, fei e§ gurn 3ei<hen ber Verachtung, fei e§ gu furatioen 3roeden, auggufpuden (S l; e o p 1; r a ft, ^lautug in Captivis 3 4 21, Sibullug 1 2 54, Sl;eo!rit, Idyll 7 n. a. a. 0.). „SJiit berfelben Slbficht, fagt SD alp eil, fpuden bie STobernen fid; in bie <gänbe, roenn fie festen, ober auf ben Boben, raenu fie eine bemütigenbe Siieberlage erlitten. Sag Siefpuden ber im <ganbet ermorbenen SJiüngen mar früher ein feljr aögetneiner Brauch (Set 9iio, Disquisitiones magicae VI 11 408). Stuf einer fd)Ottifd;en 3nfel befiehl ein mistiger Seit ber Seidjengeremonien barin, bafe man ing ©rab fpudt (Buch an, Descript. of the Island of St. Kilda). Urfprünglidj ntufete ber fdjottifche ^ßriefter roäl;renb ber Saufe bie Ohren beg üinbeg mit ©peilet befeuchten (Charlatarium Aberdonense 23 M. S.). Sie ^anonifer teerten: „bringet bie Stafenöffnungen unb Opren in Berührung mit Speid;el, bamit jene ©otteg ©erud;, biefe beffett -Dianbate aufnelimeu fönnen (©ratian, Decretalia de Consecratione). Sie Stömer pflegten ba§ Borberl;aupt beg Stinbeg am achten ober neunten Sage nach ber ©eburt mit Speichel gu befeuchten, bamit eg oor gauberfünften fidler fei (SJlacrobiug, Saturnalia I 16). 3n Slfrifa fpudt ber ^ßriefter raährenb ber Saufe bem Einbe breitual ing ©efid)t (^arf, Travels I 20 269). „3n ©chottlaub mürben tränte Siere oon erfahrenen Seuten angefpudt. Trante $ül)e, bereit SMcf) auggetrodnet mar, erholten fid; auf biefe SBeife augenblidtid;. Selbft Siere, bie im Schlamme bem ©rftiden nal;e ge= rcefen, mürben fchiteö EjergefteClt, roenn man 3 angefpudte ©erftentörner ihnen ing SDIanl roarf (Salpe 11, Darker Superstitions of Scotland 73 74). — Safe ber Speichel burd; feinen ©erud; ober ^ontaft Schlangen beeinfluffe, mar ein aügentein ge= hegter ©taube. ©aten roiö 2lugengeuge baoon geroefen fein, bafe ein Storpion ofene Begauberung, gang aöeitt burd; Speichel, getötet mürbe. (De Simp. Medic. Facult. 10 16.) — ©egeuroärtig l;ält man aögemein bafür, bafe ber Speid;et bag Slugfaöen ber igaare beförbere, eine SJteinung, bie oielleicht in ber Sinficht ber Sitten oont Speichel ber Siere ihren Urfprung genommen. Sllg Befpafian nad; Sllepanbrien tarn, erfud;te il;n ein Stabtbemohner, ber an Schmäche beg ©efid;tgoermögeng litt, er möchte feine Slugen befpudeit, unb in ber Sat foö er baburch geheilt roorben fein (Suetoniug, in Vita Yespasiani). 3m 18. 3al;rhunbert hat Brera ben Speid;el behufs feiner leid;ten Sluffaugung Salben unb anberett äußeren Mitteln beigemengt. ©r brachte Opium mit Speichel gu= famnten unb erhielt baoon in ber CEIjlorofe guten ©rfolg. ©ben fo bereitete er 9)tifd)ungen oon Speichel mit Sciöa, Sigitalig, Sublimat, Sltonit unb Brechroeinfiein unb fügt feinen eigenen ©rfahrungen bie 3eugniffe ber Sottoren Beneoeuuti, Sßicolli, £oca = telli unb Bo teilt bei. Slug aöen in biefer Begiefeung gemachten Beobachtungen fchtiefet er, bafe jebe tierifche ^lüffigfeit bie Slbforption ber Slrgneiftoffe beförbere (Annali di Medicina [1798] III 190 seq.). Sluch innerlich marb ber Speichel oon manchen anempfofelen; fo rät $piiniug gegen duften „Saliva equi triduo pota“ (Nat.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24872076_0001_0457.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)