Das Wetter und unsere Arbeit : experimentelle Untersuchungen über den Einfluss der meteorologischen Faktoren auf die Körperliche und seelische Arbeitsfähigkeit / von Alfr. Lehmann und R.H. Pedersen.
- Alfred Lehmann
- Date:
- 1907
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Credit: Das Wetter und unsere Arbeit : experimentelle Untersuchungen über den Einfluss der meteorologischen Faktoren auf die Körperliche und seelische Arbeitsfähigkeit / von Alfr. Lehmann und R.H. Pedersen. Source: Wellcome Collection.
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![7] der Muskelkraft mit den übrigen Kurven der Figur 1 tiberein- stimmen. Um möglicherweise unter den meteorologischen Verhält- nissen etwas zu finden, das die erwähnte Sonderbarkeit erklären könnte, haben wir das Material der meteorologischen Station Uccle, die Antwerpen am nächsten liegt, nntersucht und gefunden, daß die mittlere Temperatur des Tages Anfang Februar von — 2,0® bis auf H- 13,3® stieg. Nach dem 15. Februar sank die Tempe- ratur wieder bis auf ein Minimum, — 1,2® am 28. Februar, wo- nach sie wieder, aber ziemlich langsam, stieg. Um die Zeit, wo die Messungen im März stattfanden, war die mittlere Temperatur 0,6®. Wenn man also überhaupt annehmen darf, daß Temperatur- veränderungen innerhalb der angegebenen Grenzen die Muskelkraft beeinflussen können, lassen sich ihr relativ hoher Wert im Februar und ihre geringe Größe im März durch das frühlingsartig milde Wetter im Februar erklären. Der Luftdruck war in der Zeit so- wohl vor den Messungen als während derselben relativ niedrig (im Februar etwa 750 mm und im März etwa 743 mm), so daß dieser Unterschied wohl kaum die Schwankungen der Muskelkraft ver- ursacht haben kann, ganz davon abgesehen, daß eine Beein- flussung der Muskelkraft seitens des Luftdruckes durchaus nicht dargetan ist. Eine nähere Diskussion der Resultate Schuytens ist indes, wegen der geringen Anzahl der Messungen, kaum möglich. Schuyten selbst äußert sich nicht über die Ursachen der negativen Gewichtzunahme im März, er sagt nur: ». . . hierdurch werden die Untersuchungen und Meinungen der Gelehrten bestätigt, die diesen Monat als eine Zeit des Rückschlages für die physische Entwick- lung der Knaben und Mädchen betrachten« i). Es erübrigt nur noch, die Untersuchung Lobsiens über die Entwicklung des Gedächtnisses während eines Schuljahres zu be- rücksichtigen 2). Die Versuche wurden mit vier Knaben- und vier Mädchenklassen einer Kieler Volksschule einmal monatlich auf die Weise ausgeführt, daß den Kindern zwei Wortreihen, je zehn Glieder enthaltend, vorgesprochen wurden, und es war dann die Aufgabe der Kinder, sofort möglichst viel von dem gehörten niederzuschreiben. Die Anzahl der richtig wiedergegebenen Wörter läßt sich als Maß des jeweiligen Zustandes des Gedächtnisses 1) a. a. 0. S. 107. 2) Schwankungen der psychischen Kapazität. Berlin 1902.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29012065_0013.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


