Das Wetter und unsere Arbeit : experimentelle Untersuchungen über den Einfluss der meteorologischen Faktoren auf die Körperliche und seelische Arbeitsfähigkeit / von Alfr. Lehmann und R.H. Pedersen.
- Alfred Lehmann
- Date:
- 1907
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Credit: Das Wetter und unsere Arbeit : experimentelle Untersuchungen über den Einfluss der meteorologischen Faktoren auf die Körperliche und seelische Arbeitsfähigkeit / von Alfr. Lehmann und R.H. Pedersen. Source: Wellcome Collection.
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![13] meterwerten entsprechen proportionale Änderungen der Licht- intensitäten. Als lichtempfindliches Papier benutzten wir Eastmans Solio, glänzend weiß, das in passende Streifen geschnitten in gut ver- schlossenen, mit schwarzem Papier verklebten Reagenzgläsern auf- bewahrt wurde. Das Auswechseln des exponierten Papiers fand immer nachts um 11—12 Uhr statt; hierdurch erreichten wir, daß es überhaupt keine merkbare Wirkung hatte, ob das Papier eine Stunde mehr oder weniger exponiert wurde, und die Messungen wurden somit möglichst genau. Da die Zusammensetzung des Tageslichtes, wie bekannt, in hohem Grade variabel, vom Zustande der Atmosphäre abhängig ist, sind die Intensitäten anderer Strahlenarten durchaus nicht den gemessenen Werten des aktinischen Lichtes proportional. Wir be- schränkten uns aber auf die Bestimmung dieser letzteren Größe, erstens weil es noch keine Methode gibt, die eine ähnliche Messung der chemisch unwirksamen Strahlen erlaubt, und zweitens, weil eben das aktinische Licht bei unseren Untersuchungen haupt- sächlich zu berücksichtigen ist. Zahlreiche Untersuchungen aus der neueren Zeit, von Maklakow, Widmark, Einsen und Quincke, haben übereinstimmend das Resultat ergeben, daß es fast ausschließlich die chemischen Strahlen sind, die die tierischen Organismen und Gewebe beeinflussen. Es kann somit kaum einem Zweifel unterliegen, daß hauptsächlich die Intensität des aktinischen Lichtes berücksichtigt werden muß, wenn man die Beziehung der Arbeitsfähigkeit eines Menschen zur Lichtstärke untersucht. Als Normalbarometer diente bei unseren Messungen ein Fortin- sches Reisebarometer, dessen Quecksilbersäule 10 mm weit war; Korrektionen wegen der Kapillarität konnten deshalb unterlassen werden. Außerdem standen zur Verfügung ein zu Höhenmessungen eingerichtetes Aneroidbarometer und zwei einfachere Aneroid- barometer. Die Aneroidbarometer wurden häufig mit dem Normal- barometer verglichen und nach dem auf 0° reduzierten Barometer- stand korrigiert. Der Höhenmesser war ein vorzügliches Instrument, dessen Angaben mit denen des Normalbarometers fast immer genau übereinstimmten; nur nach Bergbesteigungen, wo in kurzer Zeit Druckverminderungen von etwa 100 mm Quecksilber vorkamen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29012065_0019.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


