Zur Lehre von der putriden Infection und deren Beziehung zum sogenannten Milzbrande : experimentelle und microscopische Untersuchungen / von J. Ravitsch.
- Ravich, Iosif Ippolitovich, 1822-1875.
- Date:
- 1872
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Credit: Zur Lehre von der putriden Infection und deren Beziehung zum sogenannten Milzbrande : experimentelle und microscopische Untersuchungen / von J. Ravitsch. Source: Wellcome Collection.
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![Wurden aber 12 Gran Schwefelammonium mit 3ii Wasser ver- dünnt in die Vene eingespritzt, so hielt die Temperaturerhöhung 2 Tage an (Versuch 112). 15 Gran Schwefelammonium mit 5ii Wasser verdünnt in die Jugularvene eines nicht grossen Hundes gebracht, hatten starke Krämpfe, Opisthotonus und eine einen ganzen Tag anhal- tende Temperaturerhöhung um 1 zur Folge. (Versuch 113). Bei einem anderen Hunde stieg die Temperatur um 1,5 C. (Versuch 114). 3j mit einer Drachme Wasser verdünnten Schwefelamnioniums einem mittelgrossen Hunde in die Vene eingespritzt, rief schon starke Krämpfe, Opisthotonus und nach 2 Minuten Tod hervor. Die Section in Folge von Schwefelammonium vergifteter Thiere constatirte folgende charakteristischen Veränderungen: stark ausgespro- chene Hyperämie der Dünndarmschleimhaut, stellenweise sogar Bluter- güsse in die Darmhöhle, Leber- und Milzhyperämie, Kkchymosen auf den serösen Häuten, besonders auf der Pleura und bedeutende Hyperä- mie der Hirnhäute. Schwefelwasserstoff verursachte in einem Falle eine Temperatur- erhöhung um 0,7** in einem anderen aber um 1,4 C. Kohlensaures Ammoniak in der Menge von 10 Gramm subcutan einem Hunde eingespritzt, bewirkte im Versuch 119 weder Temperatur- erhöhung noch andere Intoxikationserscheinungen. Sjj desselben, in die Halsvene eingeführt, verursachten starke Krämpfe, Erbrechen, Durchfall und nach 10 Minuten den Tod. 20 Gran kohlensauren Ammoniaks, einem Hunde in die Vene eingespritzt bewirkten, eine Temperaturer- höhung um 1,5''. Dieses würde übrigens auch bei p]inspritzung gleicher Quantität Wassers stattgefunden haben. Dagegen ist die in Versuch 124 nach Einspritzung von kohlen- saurem Ammoniak stattgefundeue Temperaturerhöhung um 1,5 durch- aus nicht dem Einflüsse des eingespritzten Wassers zuzuschreiben, in- dem letzteres in solchen kleinen Mengen in's Blut eingeführt, niemals eine Temperaturerhöhung hervorruft. Versuch 122 bewies, dass kohlensaures Ammoniak, selbst in kleiner Menge (j Gramm) und subcutan eingeführt, die Temperatur um l,3o C. steigern kann. Dass in Versuch 119 10 Gramm kohlensauren Ammoniaks sub- cutan eingespritzt, ganz ohne Einfluss blieben, ist der zufälligen Zer- setzung der zum Versuche gebrauchten Flüssigkeit zuzuschreiben. Flüssiges Ammoniak, in kleinen Mengen in die Venen eingeführt, hatten gleichfalls eine Temperaturerhöhung zur Folge. Wenn ich auch aus dieser kleinen Zahl von Versuchen mich defi- nitiv über die Wirkung des Schwefelammoniums, Schwefelwasserstoffs,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22298654_0124.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)