Die chronisch-infektiösen Bindehauterkrankungen (das Trachom) / von W. Goldzieher.
- Wilhelm Goldzieher
- Date:
- [1888]
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Credit: Die chronisch-infektiösen Bindehauterkrankungen (das Trachom) / von W. Goldzieher. Source: Wellcome Collection.
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![]gedeutet sind, in anderen Fällen wiederstark hervorspringen—jeden- 11s aber für die Ver^chrumpfung der Conjunctiva pathognomisch sind. Häufig ist ein Narbenstrang sichtbar, welcher transversal und itsprechend der die Region der inneren Lidkante abgrenzenden seichten [irche an der Tarsalconjuncliva des oberen Lides über die ganze 'eite desselben verläuft. Dabei kann diese Lidkanlen-Zone in hochgradiger jhwellung begriffen sein. Von der Menge der gesetzten adenoiden Infiltration, dann auch m der Vertheilung derselben wird es abhängen, welche Dimensionen sr Schrumpfungsprozess annehmen wird. Bei geringer Infiltration des irsus, wenigen follikulären Gruppen wird es schliessHch zu mässigen irbenzügen auf der Oberfläche der Tarsal Conjunctiva kommen können, ährend in Fällen, wo längs der gesammten Schleimhaut eine mächtige ihichte adenoiden Gewebes den Raum zwischen der Epithelschichte id dem Tarsus, respektive subconjunctivalem Gewebe erfüllt, ja dieselbe filtration bis in den Tarsus dringt und in Form von Heerden sogar tischen den einzelnen Läppchen der Meybom'schen Drüsen sitzt: der •ozess der Vernarbung viel tiefere und ausgebreitetere Folgezustände :ch sich zieht. Zu den wichtigsten Endstadien dieses in unabsehbarer lit sich abspielenden Schrumpfungsprozesses gehören: 1. die kahn- rmige Verkrümmung der Lider, wobei eine Einwärtswendung des Lid- ndes und Schleifen desselben auf dem Bulbus zu Stande kommt — ilropium; 2. das unregelmässige Wachsthum der Wimperhaare gegen n Bulbus zu — Trichiasis und Distichiasis; 3. Schwund des sammten Conjunctivaltractus, so dass die Befeuchtung des Bulbus 3ht mehr möglich ist und die funktionelle Integrität der Hornhaut runter leidet — Symblepharon posterius. 1 1. Ueber die näheren Ursachen der kahnförmigen Verkrümmung s Tarsus kann bei denjenigen, welche Gelegenheit haben, mikros- 'pische Bilder des trachomatösen Prozesses zu sehen, kein Zweifel alten. Der Tarsus ist als eine in das Lid eingeschobene resistente atte, jenes Gebilde, welches dem Lide seine normale Form (um einen vialen Ausdruck zu gebrauchen: seine „Fagon) sichert. Gestalt- Iränderungen des Tarsus werden unbedingt Gestaltveränderungen des ies hervorrufen. Nun ist die Narbenverbildung in der Regel am össten in der Nähe des convexen Randes des Tarsus, dort wo die ppchen der Meybom'schen Drüsen ihre Endigung haben und 1 grosses Territorium einnehmen. Die mikroskopische Unter- chung lehrt, dass die fibrillären Narbenzüge in das bindegewebige jrüst der Drüsen ausstrahlen und dort einen natürlichen Fixpunkt iben. An dieser Stelle findet also immer ein Narbenzug senkrecht auf B Ebene des Tarsus statt, mit der Tendenz das Lid vom Bulbus weg [szubauchen. Am geringsten ist aber die Vernarbung in der Lid- jntenregion, weil dort, wie aus der Anatomie ersichtlich ist, die adenoide kbicht gewönlirh mangel oder nur in g'-ringem (irade entwickelt ist, mnach die anatomischen Bedingungen der trachomatösen Schrumpfung pht oder nur in geringem Masse vor handen sind. Ist diese Region häufig pch einen transversalen Narbenzug von der Tarsalregion abgegrenzt, kgegen ist das Gewebe des Lidrandes (zwischen der äusseren und inneren pkante) häufig verdickt, die Papillenzone der inneren Lidkante in Wuche- ng, demnach eine chronische Entzündung vorhanden. Die mechanische krachtung dieser Verhältnisse lehrt demnach, dass eine Umkrempelung](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21649182_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


