Untersuchungen über die Pigmentierung der Netzhaut / von Camill Hirsch.
- Hirsch, Camill.
- Date:
- 1905
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Credit: Untersuchungen über die Pigmentierung der Netzhaut / von Camill Hirsch. Source: Wellcome Collection.
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![die Einleitung der Degeneration, die längste beträgt 2 Jahre. Indes glaubt V. H., „es ist einstweilen unmöglich zu sagen, wie lange nach der Verletzung das Auge noch der Gefahr der Netzhautdegeneration ausgesetzt ist. Wie V. H. annimmt, ist die Grösse des Sphtters gleichgültig, bloss der Mangel oder das Vorhandensein einer Einkapselung des Splitters ist für die Entstehung oder das Ausbleiben der Degeneration wichtig. „Eine wirkliche Gesetzmässigkeit kann man daraus mit Sicher- heit nicht ableiten, und ich möchte mich vorläufig um so mehr hüten, dies zu tun, als eine solche scheinbare Regel umgestossen werden könnte, wenn mehr Mitteilungen über den Zustand solcher Augen nach lang - oder mehrjähriger Beobachtungszeit veröffentlicht werden sollten. Endlich könnte — sagt v. H. — die leichtere oder schwerere Löslichkeit des eingedrungenen Eisens von Einfluss sein. Droht unserem Kranken von dieser Seite noch eine Gefahr, welche die operative Entfernung des schuldigen Splitters recht- fertigen könnte? Es ist in demselben keines der oben angeführten Kardinalsymptome der Degeneration ausgebildet, trotzdem der Splitter 21 Jahre hindurch bei fehlender oder vielleicht nur sehr unvollstän- diger Einkapselung, also unter den für die Entstehung der Degeneration der Netzhaut günstigsten Bedingungen, im Glaskörper frei beweg- lich verweilt. Wir müssen mangels positiver Anhaltspunkte die Frage nach dem noch jetzt möglichen Eintritte der Erblindung durch Netz- hautdegeneration offen lassen, unser Glaube an eine solche ist jedoch unter gegebenen Umständen nicht so stark, um uns zu einem opera- tiven Eingriffe zu veranlassen. Wäre in unserem Falle nicht doch eher anzunehmen, dass der dritten, von v. H. nur nebenbei gestreiften Bedingung, der Löslichkeit des eingedrungenen Eisens, denn doch eine wichtige Rolle für die Enstehung der Siderosis der Netzhaut zu- komme? In unserem Falle spricht alles dafür, und deshalb dürfte er auch fernerhin vor weiterem Verfall der Sehschärfe durch Netz- hautdegeneration bewahrt bleiben. Bezüglich des anderen Falles (Fremdkörper in der Papille) ist rücksichdich der Netzhautdegene- ration zu sagen, dass die Netzhaut möglicherweise durch eingedrungene Eisenpartikelchen degeneriert sein kann, dass jedoch ein Bew^eis nicht zu erbringen ist, da der negative Spiegelbefund nichts nach dieser Richtung besagt, und da die Funktion aus einem anderen Grunde völlig aufgehoben ist. Die Herabsetzung der Sehschärfe auf 0.7 (die Hälfte der Sehschärfe des gesunden Auges) bei Fall V. erklärt sich wohl aus der Veränderung in der Makula, welche auch bei dem durch pie Verletzung erblindeten Auge des anderen Kranken in exquisiter Weise ausgesprochen war. (Siehe oben die Beschreibung der Spiegel- Detunde.) Es ist dies jene Makularveränderung bei Anwesenheit von t remdkorpern im Augengrunde, welche H a a b^i) zuerst beschrieben und welche in zahlreichen weiteren Publikationen aus seiner Klinik |Murzeler32), Weidmann»»), MayerS^)] besonders aber von Tlpirl.lh' '''q\5- Verhandlungen des VIL internat. ophthalm. Kongresses in Heidelberg 1888 u. Ophthalmoskop. Atlas. T)^„f^^'* {^'■zeler: „Ueber die Anwendung von Elektromagneten etc. ^eut^schmanns Beiträge zur Augcnheilk. Heft XIII. körner'Vn!''' n''^;.-^.'^'?'''' ^'^ Verletzungen des Auges durch Fremd- Korper. Inaug.-Dissert. Zürich 1888. Net7hnn! ^^^^'^''<:^•■^■• ^'^ Erkrankungen der Macula lutea der iNctzhaut. Inaug.-Dissert. Zürich 1889.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21638640_0059.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


